Östliches Kreuzjoch

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Lechtaler Alpen, Tirol, Österreich

Höhe:2230mKategorie:Bergtour - mittel
Höhendifferenz: 1300Hm Wintertauglich: nein
Ausgangsort: Fernpass, Höhe Fernsteinsee
Aufstieg: Lorea-Hütte oder -Alm, SW-Grat
Abstieg: Galtberg-Alm, Kälbertal
Hauptexposition: O, SO (Aufstieg); N, O (Abstieg)

Beschreibung
__ Aufstieg: vom Pp. unterhalb des Hotels Fernsteinsee nimmt man zuerst den Fahrweg Richtung Campingplatz und folgt ihm um eine enge Rechtskurve. Gleich danach zweigt linker Hand der beschilderte Steig zur Loreahütte bwz. zum Loreakopf ab.
Nun geht es über viele Höhenmeter in engen Serpentinen durch schönen Hochwald zügig hinauf (W); nach Erreichen des freien Almgeländes weist ein Wegweiser an einer undeutlichen Gabelung nach links (Grundrichtung W bleibt erhalten). Wechselnd durch Latschengürtel und Wiesengelände führt der Steig weiter bis zu einer unbeschilderten, leicht zu übersehenden Kreuzung: wer sich hier a) eher links hält, erreicht auf gut 2000m Höhe die unbewirtschaftete Loreahütte (Selbstversorger). Kurz hinter der Hütte gabeln sich an einem beschrifteten Findling die Routen zu Loreakopf (links) und Kreuzjoch (rechts). Wer Höhenmeter sparen möchte, sollte an o.g. Kreuzung die rechte Variante b) wählen und auf unmarkierten Steigspuren zum Bach hinuntersteigen und nach NW hinüberqueren zur Lorea-Alm. Dort beginnt wiederum ein markierter Steig zum Kreuzjoch.
Die beiden Varianten führen auf unterschiedlichen Höhen ein Stück nach NW, bevor sie sich wieder vereinigen und mit wenig Höhengewinn unter dem markanten Felskamm des Tagweidkopf hindurchleiten. Ein leichter Schwenk nach N bringt uns zum Fuß der steilen Kreuzjoch-Flanke, den ein weithin sichtbarer Steig nach oben rechts durchschneidet. Auf diesem steil und zunehmend schotterig hinauf zum Grat; das letzte Stück zum bereits sichtbaren Gipfelkreuz wird direkt auf der Gratschneide zurückgelegt (NO) und ist einigermassen ausgesetzt; leichte Kraxelei (I) wird aber nur an wenigen, kurzen Stellen verlangt (meist ausgesetztes Gehgelände auf schmalen Steigspuren, tw. bröselig).
__ Abstieg: den Markierungen folgend über steiles Wiesengelände zuerst nach O, dann N hinab. Auf ca. 1900m Höhe schwenkt der Steig dann nach NW, wobei ein lästiger, kleiner Gegenanstieg zu bewältigen ist. Durch ein paar geröllige Rinnen (Vorsicht Altschnee!) auf die Nordseite des Kreuzjochs und in engen, steilen Serpentinen hinunter zur Galtberg-Alm. Kurz danach zweigt rechter Hand ein gut erkennbarer, unbeschilderter Weg nach rechts (O) ab, dem man in vielen steilen Kehren bis hinunter in den Talboden des Kälbertals folgt. Nachdem man eine herrliche Wiese überquert hat ("Pirchboden"), trifft man auf einen Karrenweg, der immer am Bach entlang gemütlich talauswärts führt. Der Fahrweg endet an einer grossen Wiese mit einem Almhüttchen, die man talauswärts (SO) durchwandert, bevor an ihrem hinteren Ende etwas nach links versetzt, aber gut markiert wieder ein schmaler Steig beginnt. Nach einem kurzen Gegenanstieg erreicht man einen felsigen Aussichtspunkt mit Bank, an dem der markierte Steig scharf nach links abbiegt. Nun sind es nur noch wenige Minuten bis zur Einmündung in den breiten Rundwanderweg, wo man nun die Wahl hat: linker Hand erreicht man in wenigen Minuten die Paßhöhe des Fernpasses und kann per Anhalter oder mit dem sporadisch verkehrenden Bus zum Ausgangspunkt zurückkehren. Wer noch Kraft hat, kann rechter Hand auf bestens beschilderten, angenehmen Spazierwegen zurückkehren zum Ausgangspunkt am Fernsteinsee.
__ Hinweis: der grosse Pp. direkt am Hotel Fernsteinsee ist nur für Gäste der Gastronomiebetriebe. Direkt unterhalb (Richtung Campingplatz) gibt es aber gebührenfreie Parkmöglichkeiten

Fazit
Für Leute, die den schnellen "Gipfelerfolg" suchen, ist diese abwechslungsreiche, wenig begangene Rundtour eher ungeeignet, denn alle Zustiege sind lang und recht zeitintensiv. Wer aber etwas Durchhaltevermögen hat und auch die landschaftlichen Reize des An- und Abstiegs geniessen kann, wird mit einem garantiert nicht überlaufenen Gipfel und schöner Rundum-Sicht belohnt. Aufgrund der botanischen Vielfalt besonders empfehlenswert für Blümchen-Fans! Der überwiegende Teil der Wanderung erfolgt auf ausreichend markierten, schmalen Wegen in nicht exponiertem Wald- und Wiesengelände. Etwas anspruchsvoller ist der abschließende kurze Gratübergang zum Gipfel: neben einigen kurzen Kletterstellen (I) muß man etliche recht ausgesetzte Passagen auf schmalen Steigspuren im Bröselgelände bewältigen - hier ist solide Trittsicherheit und Schwindelfreiheit von Nöten! Vorsicht auch beim Überqueren der steilen Rinnen oberhalb der Galtberg-Alm - hier hält sich lange der Schnee...

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