Bschlaber Kreuzspitze

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Lechtaler Alpen, Tirol, Österreich

Höhe:2462mKategorie:Bergtour - mittel
Höhendifferenz: 1150Hm Wintertauglich: nein
Ausgangsort: Bschlabs am Hahntennjoch
Aufstieg: Egg, Bortig-Scharte
Abstieg: s. Aufstieg
Hauptexposition: S

Beschreibung
Gegenüber vom Parkplatz in der Dorfmitte von Bschlabs beginnt die Fahrstraße, die in einigen Kehren hinaufführt zum Ortsteil Egg. Das Schild am obersten Haus weist uns in direkter Linie nach N in eine Wiese hinein, im Hochsommer ist das Steiglein im hüfthohen Bewuchs nur noch schwach zu erkennen. Immer geradeaus arbeitet man sich durch die Botanik, bis man unvermittelt auf einen querlaufenden Forstweg stößt (dort rechts). In einem markanten Knick nach links darf man die Beschilderung nicht übersehen. Man verlässt nämlich hier den Forstweg über einen Steg und begibt sich wieder mitten hinein in die Botanik. In moderater Steilheit bahnt man sich einen Weg durch die z.T. bauchhohen Stauden, quert ein Stück entlang einer kleinen Schlucht und durchschreitet diese an einer gut gangbaren Stelle nach rechts. In NO-Richtung geht es nun auf sehr schmalem Steig, teilweise auch völlig zugewuchert in das schöne Hochtal hinein und auf die von Weitem sichtbare Scharte im Gratverlauf zu ("Bortig-Scharte"). Je näher man den begrenzenden Hangflanken kommt, desto steiler wird das Terrain; die letzten ca. 100Hm hinauf zur Bortig-Scharte sind durchaus mühsam. An der Scharte wenden wir uns nach links (NW) und münden in den Anhalter Höhenweg ein. War der Aufstieg zur Scharte schon steil, so wird es gleich noch steiler: auf schwachen Steigspuren bzw. teilweise auch weglos arbeiten wir uns den folgenden Aufschwung hinauf, wobei Holzpflöcke die grobe Richtung vorgeben. Dann wird das Gelände kurzzeitig moderater und die Orientierung sehr einfach - auf Steigspuren folgt man einfach immer dem Gratverlauf bis zum weithin sichtbaren Gipfelaufbau der Bschlaber Kreuzspitze. Am Fuß des Gipfelstocks ist dann Schluss mit lustig: die letzten ca. 100Hm hinauf zum Kreuz sind extrem steil und bestehen nur aus Steigspuren im haltlosen Steilgras!
__ Vorsicht: Tour keinesfalls bei Nässe begehen!

Fazit
Eine Tour mit Pro und Contra. Zuerst das Unangenehme: wer die Tour ab dem Hochsommer absolviert, muss damit rechnen, dass der Steig größtenteils zugewuchert ist und man sich den Weg durch bauchhohe Stauden förmlich bahnen muss. Man sieht nie so recht, wohin man tritt und das Steiglein bleibt aufgrund der Abschattung immer ein wenig schmierig. Das Positive: als echter Lechtaler Grasberg bietet die Bschlaber Kreuzspitze botanisch so ungefähr alles an Alpenpflanzen auf, was Rang und Namen hat; so eine Pflanzenvielfalt muss man wirklich suchen. Die Aussicht vom Gipfel ist absolut lohnend und nach keiner Seite verstellt; überlaufen ist die Bschlaber Kreuzspitze garantiert auch nicht. Empfehlenswert ist die Besteigung also für trittsichere, erfahrene Wanderer, die den "Nahkampf" mit der Botanik nicht scheuen und Freude an üppiger Vegetation haben. Keinesfalls sollte die Tour bei Nässe begangen werden, auf den Steilgrasflanken gibt es dann keine Halten mehr.

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