Fluchtkogel

super Tour --> Fotos

Ötztaler Alpen, Tirol, Österreich

Höhe:3500mKategorie:Hochtour - leicht
Höhendifferenz: 1600Hm Wintertauglich: ja
Ausgangsort: Vent
Aufstieg: Vernagthütte, Guslarferner, Nordgrat
Abstieg: Oberes Guslarjoch, Guslarferner, Vernagthütte
Hauptexposition: NO, SO

Beschreibung
__ Aufstieg Vernagthütte: vom hinteren Ortsende in Vent gelangt man entweder auf der Fahrstraße oder -viel schöner- über einen Wanderweg mit Kunstwerken und Hängebrücke zu den ganzjährig bewirtschafteten Rofenhöfen (Gasthaus). Dort beginnt der Wanderweg, der zunächst breit und flach in SW-Richtung ins Rofental hineinführt. Kurz vor der Materialliftstation der Vernagthütte zweigt der Hüttenzustieg rechter Hand ab, als angenehmer Serpentinensteig führt er die steile Hangflanke hinauf (W). Nach Erreichen einer Geländekante geht es etwas flacher weiter, in SW-Richtung ausholend umrundet der Weg das sog. Vernagt-Eck und schwenkt schließlich in NW-Richtung ein. Hier kommt in der Ferne die Vernagthütte bereits ins Bild, in sehr moderater Steigung führt der ausgezeichnete Weg durch die Steilflanken über dem Bacheinschnitt. Immer rechts vom Bach taleinwärts, bis eine Brücke den Übergang ermöglicht. Jetzt sind es nur noch ein paar etwas steilere Serpentinen im Moränenschutt bis zur Hütte (ggf. Übernachtung).
__ Aufstieg Fluchtkogel: links von der Hütte am Winterlager beginnt der Zustieg, der einen markanten Moränenrücken als "Zubringer" nutzt (W). Am Abzweig zur Hintergraslspitze vorbei wandert man in NW-Richtung relativ flach weiter, durch ein Steinmanndl-Meer (mehrere Varianten möglich) erreicht man den Rand des Guslarferners, wo man anseilt. Zunächst noch recht flach und spaltenlos geht es -eher rechts haltend- meist über Blankeis zu einem kurzen Steilaufschwung mit Spaltenzone. Diese überwindet man schräg nach links oben und gelangt so in ein weites Gletscherbecken. Das jeweils beste Gelände nutzend hält man direkt auf den Gipfelaufbau des Fluchtkogel zu, vor dem sich die beiden Gletscherarme des Guslarferners teilen. Während der "Normalweg" über den linken Zweig verläuft (= unser Rückweg), halten wir uns rechts (NW) und steigen in wechselnder Steilheit über den breiten Gletscher hinauf in ein namenloses Joch. Recht ausgesetzt, aber nur kurz geht es linker Hand über die schmale Gratschneide (meist schneebedeckt) hinüber zum Nordgrat des Fluchtkogel. Über Blockwerk und lose Platten sucht man sich die beste Trasse durch den nächsten Steilaufschwung. Auch dieser ist nur kurz, dann trennt uns nur noch ein harmloser Rücken von der breiten Gipfelkuppe.
__ Abstieg Fluchtkogel: wir verlassen die Gipfelfläche in S-Richtung und steigen zunächst noch flach, dann recht steil über einen breiten Hang hinunter ins Obere Guslarjoch (je nach Verhältnissen in Serpentinen oder direkt). Am Joch wenden wir uns nach links (O) und überwinden -leichter als erwartet- eine weitere Steilstufe (es empfiehlt sich, im linken Teil des Jochs abzusteigen, da Bergschrund rechts). Man gelangt somit wieder in ein flaches Gletscherbecken und wandert -die jeweils beste Trasse zwischen den Spalten nutzend- zurück zum Gabelungspunkt der beiden Gletscherarme (O). Weiterer Abstieg wie Aufstieg.
__ Vorsicht: ernst zu nehmende Gletschertour! Auch wenn der Guslarferner dramatisch schmilzt, hat er noch genügend große Spalten. Daher die Tour nur mit voller Gletscherausrüstung und in Seilschaft begehen!
__ Hinweis: in Vent gibt es gebührenpflichtige Parkplätze am Ortseingang und direkt am Stablein-Sessellift in der Ortsmitte. Hinter dem Sessellift-Parkplatz gibt es ein paar kostenlose Parkplätze für Hüttengäste. Die Auffahrt zu den Rofenhöfen ist erlaubt, dort gibt es aber nur wenige Parkplätze am Straßenrand.

Fazit
Absolut fantastische Gletschertour direkt im Herzen der Ötztaler Alpen! Auf "halber Strecke" zwischen den markanten Ötztaler Eckpfeilern Wildspitze und Weißkugel gelegen und über den weiten Flächen des Gepatschferners thronend ist die Aussicht vom Fluchtkogel einfach sensationell - mehr "mittendrin" geht nicht! Erfreulicherweise ist der Fluchtkogel auch noch gutmütig und auf dem "Normalweg" über das Obere Guslarjoch ohne technische Schwierigkeiten zu besteigen. Für den alternativen Zustieg über den Nordgrat sollte man eine gewisse Immunität gegen Tiefblicke mitbringen. Auf beiden Wegen passiert man ausgedehnte Gletscherflächen mit größeren Spaltenzonen, daher ist die Tour nur mit Gletscherausrüstung und Seilschaft zu vertreten. Die Vernagt-Hütte ist bestens geführt und als "Basislager" sehr zu empfehlen.

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