Grosser Muntanitz

super Tour --> Fotos

Hohe Tauern/Granatspitzgruppe, Osttirol, Österreich

Höhe:3232mKategorie:Bergtour - mittel
Höhendifferenz: 1800Hm*) Wintertauglich: nein
Ausgangsort: Kals/Ortsteil Burg, Pp. beim Taurer-Wirt am Eingang ins Dorfertal
Aufstieg: Kerer-Alm, Hohes Tor, Dürrenfeldscharte, Sudetendeutsche Hütte, Wellachköpfe, kleiner Muntanitz
Abstieg: s. Aufstieg
Hauptexposition: O, S

Beschreibung
*) zusätzlich ca. 100Hm Verlust an der Dürrenfeldscharte!
Vom Pp. am Taurer-Hof kurz auf der Fahrstra?e nach W zum Waldrand; direkt hinter einer Brücke zweigt rechts das beschilderte Steiglein zum "Hohen Tor" ab. Stets in W-Richtung auf schmalen Serpentinen durch lichten Wald, ein Wirtschaftsweg wird überquert. Oberhalb der Baumgrenze mündet das Steiglein in einen Karrenweg, dem man um einige Kurven herum folgt, bis an einer Alm ein richtiger Fahrweg daraus wird (Gatter). Nun hat man bis hinauf zur Kerer-Alm die Wahl: entweder geht man über viele flache Serpentinen auf dem Fahrweg oder man kürzt die "Schlaufen" auf schmalen, aber gut markierten Steigspuren ab. An der Kerer-Alm endet der Fahrweg, zum grünen Gratrücken des "Hohen Tors" geht es über einen guten Wiesenweg.
Am aussichtsreichen "Tor" wendet man sich nach rechts (NW) und folgt dem kleinen Steig, der sich zunächst fast ohne Höhengewinn durch die steile Grasflanke schlängelt (den beschilderten Abzweig zur "Kendlspitze" ignorieren). Mittels einiger steilen Serpentinen geht es um einen Sporn herum und hinein ins weite Hochkar names Dürrenfeld. Sehr bequem geht es nun in moderater Steigung zunächst die rechte, später die linke Talflanke entlang (N); am Ende des Kars bringen uns einige weite, angenehm angelegte Serpentinen hinauf zur Dürrenfeldscharte. Wer noch auf die Kendlspitze möchte, sollte den hier abzweigenden Steig benutzen (s. Tipp). Auf der anderen Seite der Scharte steigt man über eine steile, aber gut versicherte Felspassage ca. 100Hm ab und folgt weiter dem Hauptweg zur Sudetendeutschen Hütte (N, guter Weg, meist Altschnee-Felder). An der Abzweigung zum Gradötz vorbei (s. Tipp) geht es mit etwas Höhenverlust in die Senke unterhalb des Gradötzkees und über einige Gletscherbäche hinweg hinüber zur schon lange sichtbaren Hütte (W).
Von der Hütte auf kleinem Steig über Wiesen und Gletscherschliffe hinauf in das hufeisenförmige Hochtal unterhalb der Wellachköpfe, das durch eine sandige Rinne am linken Rand verlassen wird. Man schlendert nun "ebenerdig" über die Grathöhe nach O hinüber bis kurz unterhalb des höchsten Punkts. Dort beginnt der lange S-Grat der Muntanitze, den man bis zum Gipfel nicht mehr verlässt. Über sehr angenehm zu gehende Feinschuttpassagen und eine kurze felsige Stelle in moderater Steigung über ein paar Grathügel hinweg (N) und hinauf bis kurz unterhalb des Gipfels des kleinen Muntanitz. Dort wartet dann die "Schlüsselstelle" der Tour (falls man es überhaupt so nennen kann, I+): der zwar recht exponierte, aber mit vielen natürlichen Griffen und Tritten versehene und bestens versicherte Abstieg zum "Kampl", der Einsattelung zwischen Kleinem und Grossem Muntanitz. Eben nach N hinüber zum Gipfelaufbau und über einfache Serpentinen und etwas Blockwerk hinauf zum ungemein aussichtsreichen Hauptgipfel
__ Hinweis: wer auf die Idee kommt, den Aufstieg durch Benutzung des Blauspitz-Sessellifts zu verkürzen, sollte sich dabei nicht auf die Internet-Seite der Kalser-Bergbahnen verlassen. Die melden erfahrungsgemäss immer "alle Lifte in Betrieb, Betriebszeiten von ...bis...", auch wenn der Lift die ganze Saison über still steht! Wer dann zeitlich und konditionell keinen grossen Spielraum hat, steht gleich am Anfang vor den Scherben seiner Touren-Planung!
__ Tipp: die meisten Besucher der Sudetendeutschen Hütte und der Muntanitze steigen von SW durch das Steinertal auf. Der hier beschriebene Weg ist zwar weiter und hat ein wenig mehr Hm, dafür bietet er aber die Gelegenheit , quasi im Vorbeigehen zwei weitere aussichtsreiche 3000er, die Kendlspitze und den Gradötz "mitzunehmen" (s. entsprechende Tourenbeschreibungen). Mit einer Übernachtung in der gut geführten, schön gelegenen Sudetendeutschen Hütte wird eine ideale 2-Tages-Tour daraus!

Fazit
Ein phänomenaler Aussichtsberg, ein wahrer Logenplatz! Auf dem höchsten Berg der Granatspitzgruppe sitzt man quasi gleichzeitig dem Großglockner und dem Großvenediger auf dem Schoß! Es gibt fast nichts, was man von dort oben nicht sieht! Der weitaus überwiegende Teil der Tour führt über gut angelegte, angenehm zu gehende Steige im nicht exponierten Gelände. Die sandigen Passagen im Aufstieg zum Muntanitz erinnern stellenweise mehr an einen Strandspaziergang als an eine Bergtour! Die felsige Passage im Abstieg von der Dürrenfeldscharte ist gut gestuft und bestens versichert und sollte bei passablen Verhältnissen für halbwegs trittsichere Bergsteiger kein Problem darstellen. Die "Schlüsselstelle" der Tour, der nahezu senkrechte Kamin zwischen Kleinem und Grossem Muntanitz, ist zwar einigermassen exponiert, aber objektiv nicht schwer (I+), gut versichert und nur sehr kurz. Danach geht's auch gleich weiter mit dem Spaziergeh-Gelände.....

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