Habart-Hochpleisspitze-Falschkogel

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Lechtaler Alpen, Tirol, Österreich

Höhe:2387mKategorie:Bergtour - schwer
Höhendifferenz: 1000Hm Wintertauglich: nein
Ausgangsort: Pfafflar/Hahntennjoch
Aufstieg: Habart, Schlechtjöchl, Hochpleisspitze, Plattjoch, Steinjöchl
Abstieg: Steinjöchl, Hahntennjoch
Hauptexposition: S, O

Beschreibung
__ Aufstieg: am westlichen Ende von Pfafflar beginnt die Tour auf einem beschilderten Forstweg. An einer Gabelung hält man sich rechts, gleich danach endet der Forstweg und man wechselt auf das scharf rechts beginnende schmale Steiglein über. Stets in N-Richtung schlängelt es sich durch Wiesen und Waldpassagen nach oben, wobei man ihm ansieht, wie selten es begangen wird (in den Wiesenpassagen ziemlich zugewuchert). Nach einem etwas längeren Waldgürtel steilt das mitunter nur fußbreite Weglein nochmal zusätzlich auf und führt nun meist nur noch als Steigspur zwischen den Lawinenverbauungen hindurch (bei Nässe kein Vergnügen). Angenehmer und bequemer wird das Gelände erst am Gedenkkreuz zur Erinnerung an ein glimpflich verlaufenes Lawinenunglück. Hier kann man jetzt halbrechts zur flachen Wiesenkuppe hinaufschlendern und nach Belieben dem breiten Grat nach NO folgen bis zum "Gipfel" des Habart, einem unbedeutenden Gratbuckel, der nur mit einer Stange markiert ist (2294m).
Für den Übergang zur Hochpleisspitze steigt man auf dünner Steigspur ca. 80Hm in O-Richtung hinab ins Schlechtjöchl und von dort immer entlang der Gratkante wieder bergauf (NO). Auf ca. 2/3 des Anstiegs findet man dabei noch Steigspuren, danach muss man sich selbst die beste Trasse durch die sehr steile Wiesenflanke suchen (immer dicht an der Gratkante bleiben). Der Gipfel der Hochpleisspitze (2349m), der nur mit Mini-Steinmanndl verziert ist, wird überschritten, dann geht es überraschend angenehm über etwas weniger steile Wiesen knapp 100Hm hinunter ins sanfte Plattjoch (SO).
Der freche Felsgupf, der das Plattjoch im O begrenzt, wird kurz und steil erklommen, dann steigt man ab in ein weiteres Wiesenjoch direkt unter der beeindruckenden W-Wand des Falschkogel. Hier muss man sich nun auch von den allerletzten Steigspuren verabschieden, bis zum Steinjöchl darf man sich jetzt weglos und in "Eigenregie" durchschlagen. Im Wesentlichen geht es darum, den felsigen Gipfelaufbau des Falschkogel zu "unterwandern" und schließlich wieder im Bereich des Steinjöchls in den Normalweg Hahntennjoch-Falschkogel einzumünden. Man steigt dabei etwas ab, um ein vom Falschkogel herunterziehendes Felseck zu umgehen, dann sucht man sich -jeweils das beste Gelände nutzend- eine Trasse durch die sehr steilen Grasflanken (Höhe halten oder leicht absteigen, nicht nach oben!). Nach einigen Geländekanten kommt östlich der Hahntennjoch-Passhöhe der Normalweg ins Bild. Wer halbwegs richtig "gezielt" hat, erreicht ihn bereits im Bereich des Steinjöchls, dem kreuzgeschmückten Übergang zwischen Anhalter Hütte und Hahntennjoch.
Dort wendet man sich den Schildern entsprechend nach links (W) und wandert auf gerölligem, aber gut angelegtem Weg an den steilen Gipfelaufbau des Falschkogel heran. Im folgenden Mix aus Weg und Schrofen braucht man nur an wenigen Stellen mal die Hände, um den O-Grat des Falschkogel zu erreichen, von wo es wieder flacher auf guter Steigspur hinüber zum Gipfelkreuz geht (kurze Stellen etwas ausgesetzt).
__ Abstieg: auf dem Anstiegsweg wieder zurück zum Steinjöchl; dann nehmen wir den breiten und angenehm angelegten Wanderweg hinunter zur Passhöhe am Hahntennjoch (erst S, dann SW). Kurz bevor wir die Fahrstraße erreichen, schwenken wir an einem Wegweiser nach rechts und folgen -von der Fahrstraße wunderbar abgeschirmt- einem bequemem Weg durch die Kuhwiesen und schließlich idyllisch am Bach entlang nach W. In einer Kehre trifft man dann wieder auf die Fahrstraße, auf der man aber nur noch ein kurzes Stück bis Pfafflar entlanglaufen muss.
__ Vorsicht: die gesamte Tour führt über typische Lechtaler Steilgrasflanken. Beim langen Aufstieg entlang des Grats finden sich nur fußbreite Steigspuren, ab dem Plattjoch ist man völlig weglos unterwegs. Bei Nässe ist von dieser Tour dringend abzuraten!

Fazit
Wer sich auf gut erschlossenen Bergwegen mit Markierungen und Wegweisern am wohlsten fühlt, sollte von dieser Tour Abstand nehmen. Der Aufstieg zum Habart ist zwar noch markiert, mehr als fußbreite Steigspuren im Steilgelände findet man aber auch hier nicht vor. Die Überschreitung der Hochpleisspitze führt ebenfalls durch mehr oder weniger steiles Terrain entlang der Gratkanten. Das anspruchsvollste Stück der Tour ist die weglose, sehr steile Umrundung des Falschkogel-Gipfels, hier ist bei Nässe/Schnee dringend abzuraten. Dafür bekommt man eine abwechslungsreiche und garantiert einsame Bergtour, die von Beginn an schönste Ausblicke bietet und keine Minute langweilig ist. Erst am "Verkehrsknotenpunkt" Steinjöchl trifft man dann wieder auf gut ausgebaute Bergwege und mehr Publikum. Die Besteigung des Falschkogel ist für trittsichere Wanderer recht einfach, nur an wenigen Stellen müssen mal die Hände eingesetzt werden (kaum I); lediglich kurze Stellen sind etwas ausgesetzt.

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