Hintere Ölgrubenspitze

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Ötztaler Alpen, Tirol, Österreich

Höhe:3295mKategorie:Hochtour - leicht
Höhendifferenz: 1450Hm Wintertauglich: ja
Ausgangsort: Gepatschhaus/Kaunertal
Aufstieg: Ölgrubenjoch
Abstieg: s. Aufstieg
Hauptexposition: W, N

Beschreibung
Ein paar Meter südlich vom Gepatschhaus zweigt der beschilderte Steig zum Ölgrubenjoch und zum Taschachhaus von der Kaunertalstraße ab. Es beginnt gleich mit einer gut 300m hohen Steilflanke, die der gut angelegte Steig aber komfortabel in langen Zickzack-Kehren überwindet (SO). Dann lehnt sich das Gelände etwas zurück, der Abzweig zur Rauhekopfhütte bleibt rechts liegen und man wandert gemütlich über diverse begrünte Aufschwünge hinein ins Tal der Inneren Ölgrube (O). Flach geht es in das ehemalige Gletscherbecken, das heute von zwei türkisfarbenen Seen geschmückt und scheinbar vom Nordgrat der Hinteren Ölgrubenspitze abgeriegelt wird (O). Am Talschluss angekommen, zeigt sich halblinks der Weiterweg; kurzzeitig etwas steiler ersteigt man den Aufschwung direkt voraus über eine Blockwerkhalde. Nun befindet man sich auf einem geräumigen Geländeabsatz, direkt gegenüber zieht der Nordgrat zum Gipfel (er ist den Kletterern vorbehalten). Für Otto-Normal-Bergsteiger gibt es nun mehrere Möglichkeiten, zum Nordostgrat der Hinteren Ölgrubenspitze zu gelangen, über die der Gipfelaufstieg führt:
(a) man steigt gleich an diesem Geländeabsatz halbrechts hinunter in die Mulde (im Sommer mit Gletschersee) und überwindet den gegenüberliegenden Gletschersteilhang direkt (S). Dann quert man den flachen Teil des Gletschers nach links bis zu einer bequemen "Einmündung" in den Nordostrücken (SO).
(b) man geht noch kurz auf dem Weg weiter bis zum Ölgrubenjoch (O, bereits sichtbar) und quert dort durch die steile Gletscherflanke nach rechts; über den flachen Gletscherteil zum Nordostrücken (S).
(c) man überwindet vom Ölgrubenjoch aus zwei bröselige, etwas exponierte Grathöcker und erreicht den Nordostrücken ohne Gletscherberührung (S).
Aufgrund der aktuellen Verhältnisse entscheiden wir uns für (a). Wir nutzen den Gletscher so lange wie möglich als "Zubringer" zum Nordostrücken und steigen erst unmittelbar vor dem steileren Bereich hinauf zum Blockgrat (mehrere Varianten möglich), wo man auf deutliche Steigspuren und sporadische Steinmanndl trifft. Zunächst kommt man auf sandiger Spur und gutmütigem Blockwerk noch rasch vorwärts, mit zunehmender Steilheit wird das Gelände instabiler und man muss sich den "Weg" durch loses Gestein und kippeliges Blockwerk bahnen. Hat man den richtigen "Durchschlupf" zwischen zwei glatten Platten gefunden, ist es nicht mehr weit bis zum Gipfel, von dem man im ersten Moment nur eine glatte Felsplatte aufragen sieht. Hier lohnt es sich, linker Hand ein paar Schritte abzusteigen und die Platte links herum ganz einfach zu umgehen. Das "Do-it-yourself"-Kreuz befindet sich direkt dahinter.
__ Vorsicht: für die Varianten (a) und (b) sind -je nach Schneeauflage- Steigeisen von Vorteil bzw. unbedingt notwendig.
__ Hinweis: der Ausgangspunkt liegt an der Kaunertaler Gletscherstraße, die happige 23 Euro Maut (Stand 2015) kostet. Es ist also zu empfehlen, gleich mehrere Touren in ihrem Bereich zu kombinieren, damit man nur einmal bezahlen muss (von der Möglichkeit, verbotenerweise nachts an der dann geschlossenen Mautstelle vorbei zu fahren, wollen wir hier nicht reden). Für die Übernachtung bietet sich das Gepatschhaus an.

Fazit
Welch fantastische Aussicht man von der Hinteren Ölgrubenspitze genießt, erklärt sich schon aus ihrer Lage: auf "halber Strecke" zwischen Pitz- und Kaunertal, mittig zwischen Wildspitze und Weißkugel und direkt oberhalb der riesigen Gletscherfläche des Gepatschferners sitzt man hier! Dank der umgebenden prominenteren Gipfel erhält die Ölgrubenspitze nur wenig Besuch, Gipfelgedränge muss man nicht fürchten. Bis zum Ölgrubenjoch (3044m) ist man auf problemlosen Wanderwegen unterwegs (=Übergang Gepatschhaus <-> Taschachhaus), für den Weiterweg zum Gipfel sollte man Bergerfahrung, Gespür für das Gelände und solide Trittsicherheit für steiles, instabiles Terrain mitbringen. Der beste Übergang vom Ölgrubenjoch zum Nordostgrat sollte in Abhängigkeit von den aktuellen Verhältnissen eingeschätzt werden; die Mitnahme von Steigeisen ist ratsam (Seil nicht nötig).

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