Hohes Aderl

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Hohe Tauern/Venedigergruppe, Osttirol, Österreich

Höhe:3506mKategorie:Hochtour - leicht
Höhendifferenz: 2100Hm *) Wintertauglich: ja
Ausgangsort: Hinterichl/Virgental
Aufstieg: Johannis-Hütte, Defregger Haus, Rainertörl
Abstieg: s. Aufstieg (oder "Venediger-Krone")
Hauptexposition: S, O

Beschreibung
Auf der ersten Etappe zur Johannishütte gibt es nicht viele Variationsmöglichkeiten, dazu ist das Dorfertal zu eng und zu tief eingeschnitten. Bis auf wenige "Abschneider" ist der Wanderweg daher mit dem Fahrweg identisch (N). An der Johannishütte geht der Fahrweg in einen guten Bergweg über und führt zunächst rechts, dann links vom Bach über Almgelände nach NO. Schließlich schwenkt der Weg nach N, umrundet den Fuß des Kapunitzkopfs mit der Materialseilbahn und leitet über Gletscherschliffe und Geröll hinauf zum Geländeabsatz mit dem Defregger Haus (ggf. Übernachtung).
Von der Hütte geht es über Blockwerk und Platten noch kurz in NO-Richtung hinauf zum Anseilpunkt. Nach Anlegen der Gletscherutensilien ist erst einmal eine weite, flache Senke zu durchwandern, nur allmählich steilt das Gelände auf; in einigen steileren Aufschwüngen erreicht man den Durchschlupf zwischen Hohem Aderl und Rainerhorn und befindet sich schon bald auf dem zentralen Gletscherplateau des Rainertörl mit Wegweiser. Hier wendet man sich nach links (W) und quert flach hinüber zum Ansatz des Blockgrats; so weit wie möglich auf Schnee hinauf, dann über einfaches Blockwerk zum Mini-Kreuz des Hohen Aderls.
__ Vorsicht: auch wenn es nicht immer danach aussieht: der gesamte Aufstieg erfolgt über sehr spaltenreiches Terrain. Gletscherausrüstung und Seilschaft ist daher Pflicht!
__ Tipp: wer den doch beträchtlichen Aufwand für diese Tour besser ausnutzen möchte, sollte am besten gleich die gesamte "Venediger-Krone" mit den zusätzlichen Gipfeln Großvenediger, Rainerhorn, Schwarze Wand und Hoher Zaun machen. Schwierig wird es dabei nirgends (überwiegend Gehgelände, max. Blockwerk I), den nur fußbreiten Übergang vom Venediger-Vorgipfel zum Kreuz muss ja keiner machen, der nicht will.

Fazit
Kaum jemand wird den weiten Anmarsch exklusiv für das "Aderl" spendieren und so fristet es halt ein Dasein als "Anhängsel" des Großvenedigers! Es ist aber ein sehr lohnendes "Anhängsel": bis zum Horizont - nichts als Sicht! Bei guten Verhältnissen ist die Besteigung eine überraschend einfache Angelegenheit, was aber nicht darüber hinwegtäuschen soll, dass man sich hier auf ausgesprochen spaltenreichem Gebiet befindet. Auch bei schlechter Witterung ist die Orientierung auf den weiten Gletscherflächen nicht einfach. Wer Zeit, die entsprechende Ortskenntnis und/oder einen Bergführer hat, sollte unbedingt die gesamte "Venediger-Krone" anpeilen, denn von jedem Gipfel ergeben sich neue, interessante Einblicke und Perspektiven und i.d.R hat man dort auch etwas mehr Muse zum Genießen als auf dem überlaufenen Hauptgipfel.

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