Judenköpfe

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Mieminger Alpen, , Österreich

Höhe:2021mKategorie:Bergtour - mittel
Höhendifferenz: 900Hm Wintertauglich: nein
Ausgangsort: Telfs/Strassberghaus
Aufstieg: Strassberghaus, Südflanke
Abstieg: Juden-Törl, Neue Alpl-Hütte, Strassberghaus
Hauptexposition: O, S, N

Beschreibung
__ Aufstieg: vom Pp. in wenigen Minuten auf breitem Fahrweg zum Strassberghaus. Dahinter gibt es ein ganzes Wege-Gewimmel, wo alle Wege zur Alplhütte zu führen scheinen. Man ignoriert sämtliche Abzweige nach rechts und hält sich immer an die linken Wegäste (außer natürlich da, wo der linke Weg klar als Sackgasse gekennzeichnet ist; W, dann S).
An einer Kreuzung mit Bank, wo von unten der Weg von Wildermieming dazukommt, sind dann auch die Judenköpfe erstmals ausgeschildert. Noch kurz auf dem Forstweg weiter, nach wenigen Metern biegen wir dann rechts (W) in das beschilderte Steiglein ein. Schmal und manchmal nur als Steigspur windet es sich über ein paar Wiesenaufschwünge hinauf zu einem Geländerücken, um danach längere Zeit auf nahezu gleichbleibender Höhe durch schmale Latschengassen die S-Flanke der Judenköpfe zu queren (Steig nur fußbreit).
Bei einer deutlichen Verzweigung (Aufschrift "ALPL" am Fels) biegt man rechts ab (NW) und steigt zügig und sehr steil hinauf zu einer Dreifachkreuzung mit Schilderbaum. Links kommt der Iversensteig aus Wildermieming herauf, geradeaus geht's mal wieder zur Alplhütte (Abstiegsweg) und rechts kommt man zum Gipfel. Der Steig führt zunächst sehr steil die latschendurchsetzte Wiese hinauf, durchquert kurz eine felsige Rinnen und umgeht ein paar Felszacken zuerst links, dann rechts. Nun sind es nur noch wenige Meter zum leider kreuzlosen Gipfel.
__ Abstieg: zurück zur Dreifachkreuzung, wo wir uns dann links Richtung Alplhütte orientieren. Auf gutem Steig, der an zwei Stellen seilversichert ist, geht es hinüber zum aussichtsreichen "Judentörl" (N), wo man schon fast den gesamten weiteren Abstiegsweg überblicken kann. Nur kurz geht es auf dem Serpentinensteig etwas steiler hinunter, dann wird das Gelände gemütlicher (O). In einer grasdurchsetzten Flanke muß man gut aufpassen, um den Weg hinunter in den Talboden nicht zu verpassen. Wem es dennoch passiert (wie den Autoren), der kann auch weiter dem Steiglein durch die Hangflanke folgen und eine breite, markante Geröllreisse für die Abfahrt in den Talboden nutzen.
Der weitere Abstieg zur Alplhütte wäre eigentlich kurz und einfach, müsste man sich nicht durch den Steinverhau eines gigantischen Felssturzes schlängeln (provisorische Farbmarkierungen). Wer aber im klar vorgegebenen Tal bleibt, wird auf allen Varianten früher oder später die Alplhütte erreichen. Für den Abstieg zum Strassberghaus gibt es dann wieder fast beliebig viele Wege und Varianten....
__ Hinweis: freie Auffahrt zum Pp. kurz vor dem Strassberghaus (ab Ortsmitte Telfs durchgehend beschildert)
__ Vorsicht: aufgrund des riesigen Felssturzes vom Frühjahr 2012 ist der Abstiegsweg offiziell gesperrt. Falls man die Runde so wie hier beschrieben geht, erfährt man das aber erst an der Alplhütte. Da niemand ausschließen kann, dass hier irgendwann nochmal Gestein ausbricht, wird der Weg wohl auf Dauer diesen Status erhalten; lt. Wirt der Alplhütte erfolgt das Begehen auf eigene Gefahr (aber das tut es ja eigentlich immer)

Fazit
Eine garantiert nicht überlaufene Tour in den Miemingern, die aber durchaus seine Reize hat. Zugegeben, das nur fußbreite Steiglein durch die S-Flanke nervt ab und an ein wenig mit seinem Wurzelverhau und dem Latschendickicht, dafür wandert man quasi wie auf einem Höhenweg oberhalb des Inntals. Der kreuzlose Gipfel mit seinen gegensätzlichen Aussichten (grünes Inntal, schroffe Felsen der Mieminger Hauptkette) ist durchaus lohnend. Der Abstiegsweg ist dann wesentlich besser ausgebaut und angenehmer zu gehen; hier kann man die wilde Fels-Szenerie dann aus der Nähe begutachten. Also eine lohnende Runde für Trittsichere, die auch auf fußbreiten, steilen Steiglein gut zurechtkommen und eher die Ruhe suchen.

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