Kuhscheibe

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Stubaier Alpen, Tirol, Österreich

Höhe:3189mKategorie:Bergtour - schwer
Höhendifferenz: 1650Hm Wintertauglich: ja
Ausgangsort: Gries
Aufstieg: Amberger Hütte, Lausbichl, Rosskar-Ferner
Abstieg: s. Aufstieg
Hauptexposition: N

Beschreibung
Vom kostenfreien Groß-Pp. am Ortsende von Gries folgt man einfach dem noch kurz asphaltierten Weg taleinwärts (SO). In moderater Steigung geht es zunächst links vom Bach dahin; nach Überquerung einer Brücke folgt ein etwas steileres Stück. Die Abzweigung zur Nissl-Alm lässt man rechts liegen und geht geradeaus weiter. Nun immer auf der rechten Seite des schluchtartig eingeschnittenen Bachs weiter taleinwärts, über ein paar steilere Kehren erreicht man schließlich die Almflächen und die Brotzeitstation der Vorderen Sulztalalm. Kurzzeitig wieder etwas steiler in O-Richtung hinauf, passiert man einen engen Taleinschnitt und gelangt so in die flachen Böden der Hinteren Sulztalalm (kein Bewirtschaftung, S). Nun muss man noch den letzten kurzen Anstieg bewältigen und ein Geländeeck umrunden, dann steht man quasi bereits im Hof der stattlichen Amberger Hütte (ggf. Übernachtung).
Man verlässt die Hütte am Gartentürchen Richtung Spielplatz und wandert auf gut bezeichnetem Steig flach in den Talboden (S). Unterhalb einer markanten Einsattelung in der rechten Hangflanke namens "Lausbichel" trifft man auf eine beschilderte Wegverzweigung und hält sich rechts (W). Kehre um Kehre geht es nun recht effizient die Hangflanke hinauf, bevor man in ein wiederum flacheres Hochtal gelangt. Über ein paar wellige Wiesenbuckel und auch ein paar Flachstücke wandert man in SW-Richtung taleinwärts. Vor einem etwas steileren Aufschwung leiten die üppigen Markierungen dann nach links hinaus, umrunden ein felsiges Eck und führen mit leichtem Höhenverlust in eine begrünte Senke mit Wegverzweigung und Schilderbaum. Wir biegen halblinks ab (S), durchqueren eine Mulde und müssen uns vom angenehmen Wiesengelände verabschieden - weiter geht es auf Moränenschutt. Der erste etwas steilere Aufschwung ist auf schmalem Pfad noch recht gut zu begehen; nach einer flachen Kuppe wartet ein langer, steiler Hang aus Geröll, Blockwerk und losen Platten. Man ersteigt ihn im Prinzip mittig, muss aber bis in den Hochsommer mit Schneefeldern rechnen, die die Markierungen zum Teil verdecken. Am oberen Ende dieses Hangs trifft man auf einen kleinen Gletschersee, hier enden auch die Markierungen. Also jeweils das beste Gelände nutzend weglos geradeaus weiter bis zum Beginn des Rosskar-Gletschers. Seinen kurzen Steilaufschwung umgeht man am besten ganz links; nach einer markanten Felsnase in der linken Flanke muss man sich dann die beste Trasse zum Überqueren des spaltenlosen Gletschers suchen. Je nach Verhältnissen über Schnee oder Blankeis quert man den Ferner nach rechts hinüber und sucht sich eine Stelle, wo man bequem vom Ferner auf den NW-Grat der Kuhscheibe wechseln kann. Hier geht es zunächst in moderater Steigung über einfaches Gelände an den steilen Gipfelaufbau heran, ein paar schräg gestellte Platten können dabei linker Hand unterwandert werden. Die letzten ca. 100Hm hinauf zum Gipfelkreuz erkraxelt man über sehr steiles Blockwerk und lose Platten (I).
__ Vorsicht: Im Hochsommer und Herbst muss man auf dem Rosskar-Gletscher mit Blankeis rechnen und sollte daher ein paar Leichtsteigeisen oder wenigstens gute Grödel dabei haben. Spalten muss man nicht fürchten.
__ Hinweis: Konditionsstarke MountainBiker oder E-Biker können die Besteigung auch als Tagestour versuchen. Allerdings muss man bei der Besteigung der Kuhscheibe durch die lange Strecke und die Flachetappen mit stark erhöhter Gehzeit rechnen. Mit einer Übernachtung auf der gut geführten und modern eingerichteten Amberger Hütte entzerrt sich das Pensum entsprechend.
__ Hinweis: zum Ausgangspunkt Gries gelangt man aus dem Ötztal auf Höhe Längenfeld über eine gut ausgebaute Bergstraße.

Fazit
Die Kuhscheibe ist eher als Skitouren-Berg bekannt und bekommt den überwiegenden Teil ihrer Besucher im Winter. Im Sommer wird man den Berg mit dem seltsamen Namen meist für sich allein haben. Knapp die Hälfte des Aufstiegs von der Amberger Hütte zum Gipfel erfolgt über bequemes Wiesengelände mit Flachetappen, dann muss man sich über ein paar steile Hänge mit Moränenschutt hinaufarbeiten zum Gletscher. Dessen Beschaffenheit hängt von der Jahreszeit und von den äußeren Umständen ab (viel/wenig Schnee, Blankeis). Leicht ausgesetztes Gelände und Kraxelei gibt es nur auf den letzten 100Hm. Insgesamt also eine mäßig schwierige, aber sehr lange Unternehmung - stark erhöhte Gehzeit beachten! Dafür bekommt man einen wenig überlaufenen, tollen Aussichtsgipfel, der quasi mittig zwischen Stubaital und Ötztal sitzt und entsprechend weitreichende Einblicke bietet, dazu schöne Aussicht auf die Nachbarberge Schrankogel und Leck.

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