Mittereck

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Ötztaler Alpen, Südtirol, Italien

Höhe:2908mKategorie:Bergtour - mittel
Höhendifferenz: 1200Hm Wintertauglich: ja (vom Laneingtauferer Tal aus)
Ausgangsort: Haldersee St.Valentin / Plawenn
Aufstieg: Plawenner Alm, SW-Rücken
Abstieg: Plawennscharte, Großhorn, Steig#6 und 19b
Hauptexposition: SW, W (Aufstieg); W, SW (Abstieg)

Beschreibung
__ Aufstieg: Vom Weiler Plawenn folgt man dem Forstweg durch Weideland in NO-Richtung bis zur Plawenner Alm. Danach behält man die Richtung bei, wobei der Forstweg allmählich zum Karrenweg wird. An einer Bachverbauung löst sich der Weg dann vollends auf, etwas links vom Steinwall beginnt Steiglein #5. Es zieht steil, nur fussbreit und tw. auch sehr zugewachsen in Fallrichtung die steile Wiesenflanke hinauf. In unzähligen Serpentinen, bei denen man gelegentlich auch mal die Wegführung verliert, stapft man nun -immer auf der Suche nach der nächsten Markierung- die steile Wiese hinauf, bis man linker Hand den Gratrücken erreicht (N). Nun hält man sich immer entlang des Grates (NO), wobei das geeignetste Gelände abwechselnd rechts (unterer Bereich) oder links (oberer Bereich) des durchgehenden, etwas störenden Weidezauns zu finden ist (spärliche Markierungen). Über grobes Blockwerk kämpft man sich mehr oder weniger weglos hinauf zum felsigen Vorgipfel. Danach wird das Gelände wieder einfacher und in weitem Bogen (O, SO) geht es nun in moderater Steigung über etwas Blockwerk und Wiesen hinauf zum schon lange sichtbaren Gipfelkreuz, das man durch ein ein Loch im Zaun erreicht.
__ Abstieg: wer die Tour kurz halten will, sollte auf dem gleichen Weg wieder absteigen; wir haben noch dem Großhorn einen Besuch abgestattet: dazu steigt man wie beim Aufstieg auf dem Gratrücken ab, wendet sich dann aber nicht nach links dem Wiesensteiglein zu, sondern folgt weiter dem Gratrücken bis zur tiefsten Einsattelung, der Plawennscharte. Von dort weglos über Blockwerk, Geröll und steile Wiesen nach W und entlang des langen, breiten Rückens hinauf zum Kreuz, wobei man mal wieder den Weidezaun überqueren muss. Direkt auf der anderen Seite des Zauns (noch vor Erreichen des Gipfelkreuzes) beginnt Weg Nr.6, der sich zunächst recht steil, aber gut zu begehen nach SW hinunterschlängelt. Leider wendet sich der Pfad mit zunehmender Dauer immer mehr nach W, der in unserer Karte eingezeichnete direkte Abstieg nach Plawenn ist nicht zu finden. Wenn man sich schon fast damit abgefunden hat, in St.Valentin zu landen, taucht ein Wegweiser auf und tatsächlich führt ein wieder mal gerade fussbreites Steiglein nach links (SO) in Richtung Plawenn. Da die Abzweigung viel zu weit unten ist, muss man jetzt erst wieder etliche Hm hinauf; in stetem Auf (mehr) und Ab (weniger) quert man -diesmal gut markiert- steile Wiesenhänge; kurz vor einer Jagdhütte gelangt man durch einen Durchschlupf im Zaun wieder auf die Plawenner Hangseite. Grösstenteils in SW-Richtung auf fussbreiten Steigspuren hinunter zur Waldgrenze; bei einer Kuhtränke muss man noch mal gut aufpassen, um nicht statt des mal wieder kaum sichtbaren Steigleins die breiten Kuhtrampelpfade zu erwischen. In noch mehr steilen Serpentinen hinunter zum Forstweg, den man erfreulicherweise bereits ein gutes Stück unterhalb der Plawenner Alm erreicht.
__ Vorsicht: Aufpassen in den steilen Wiesenhängen unterhalb des Mittereck-Gipfels; hier herrscht grosse Steinschlaggefahr!
__ Hinweis: unsere Besteigung erfolgte nach einem sommerlichen Wintereinbruch mit eingem Neuschnee; womöglich ist die Markierungssuche bei trockenen Bedingungen einfacher
__ Hinweis: die vorgefundenen Steige wichen stark von unserem Kartenmaterial ab: so war der direkte Abstieg vom Grosshorn zur Plawenner Alm nicht zu finden; ebenso gelang es uns beim Aufstieg nicht, bei den Bachverbauungen den eigentlich bevorzugten Steig über das Steinmanndlköpfl zu finden!

Fazit
Landschaftlich schöne Rund-Tour ohne ausgesetzte Stellen, die allerdings vom Wanderer perfekte Trittsicherheit für grobes Blockwerk und steilste, weglose Wiesenhänge erfordert. Insgesamt eher für Leute mit "Pfadfindergeist" geeignet; die Freunde gepflegter, gut markierter Bergwege werden hier wenig Freude haben. In unserem Fall stellten wir eine starke Diskrepanz zwischen den vor Ort angetroffenen Routen und unserem Kartenmaterial fest.

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