Monte Lema-Monte Tamaro

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Luganer Voralpen, Tessin, Schweiz

Höhe:1961mKategorie:Wanderung - mittel
Höhendifferenz: 800Hm Wintertauglich: nein
Ausgangsort: Miglieglia
Aufstieg: Rif. Monte Lema (Seilbahn), Forcella d'Arasio, Passo Agario, Monte Gradiccioli, Bassa di Montoia, Bassa de Indemini
Abstieg: Capanna Tamaro, Alpe Foppa (Seilbahn)
Hauptexposition: S, N

Beschreibung
Nach der Seilbahnauffahrt von Miglieglia sollte man unbedingt den 10minütigen Abstecher zum Gipfel des Monte Lema mit großem Kreuz und großer Aussicht einplanen. Danach kehrt man zur Bergstation zurück, geht -bestens beschildert- hinter dem Restaurant herum und verliert erst mal ein paar Höhenmeter beim Abstieg in die Forcella d'Arasio. Anschließend führt der Weg -meist in der Ostflanke- in einigen sanften Aufschwüngen wieder hinauf zum Grat und zum Piano del Poncione. Nun ist man eine ganze Weile in stetem Auf und Ab direkt am Grat unterwegs, nur sehr zackige Stellen werden in der linken oder rechten Flanke "unterwandert" (ein paar ganz kurze, ausgesetze Stellen sind mustergültig versichert). Im sanften Sattel des Passo Agario kann man im Selbstbedienungsverfahren nochmal die Getränke aufstocken, bevor ein etwas längerer und steilerer Aufstieg folgt. In einigen Wellen geht es noch an den Fuß des Monte Gradiccioli heran, dann muss man sich entscheiden, ob man den Gipfel auf nahezu gleichbleibender Höhe in der Westflanke umgeht, oder ob man den unschwierigen, aber etwas mühsamen Aufstieg zum Gipfel anpackt. Wer sich den aussichtsreichen Gipfel des Monte Gradiccioli, der in etwa auch die Halbzeit der Tour markiert, nicht nehmen lässt, steigt auf seiner Rückseite halblinks auf recht steiler, steiniger Spur ab und erreicht bei einem zum Biwak umfunktionierten Gartenhäuschen an der Bassa di Montoia wieder den Hauptweg. Am breiten Wiesensattel mit leichtem Gefälle gemütlich in eine weitere Einsattelung, die Bassa di Indemini. Kurz danach muss man sich schon wieder entscheiden: ein Abkürzungssteig "unterwandert" rechter Hand den Gipfel des Monte Tamaro, ihn sollte man bei akutem Kraft- oder Zeitmangel oder bei aufziehendem Gewitter nehmen. Ansonsten lässt man sich die Top-Aussicht vom Monte Tamaro natürlich nicht entgehen: der Aufstieg ist zwar steil und etwas mühsam, durch perfekt angelegte Serpentinen und Holzstiegen aber geradezu komfortabel.
Man verlässt den Tamaro nach NO, wo ein steiler und etwas steiniger Steig hinunterführt in den Sattel, wo auch der Umgehungssteig einmündet. Nun muss man auf gutem Weg noch einen letzten kleinen Gegenanstieg in der Flanke des Motto Retondo bewältigen, kann sich gleich danach aber an der bewirtschafteten Capanna Tamaro stärken. Ein paar Meter hinter der Hütte, an einer Antennenanlage, beginnt der breite, steinige Versorgungsweg, der sich in vielen Schlaufen hinunterschlängelt zum weitläufigen Sattel der Alpe Foppa (bisweilen auf schmalem und noch steinigerem Pfad abkürzbar). Neben bewirtschafteter Alm, Seilbahnstation und diversen Auswüchsen des "Fun-Tourismus" befindet sich auf der Alpe auch eine architektonisch interessante Kirche, sodass man vor der Seilbahnfahrt hinunter nach Rivera noch ein Mini-Kulturprogramm absolvieren kann. Der Shuttle-Bus zurück nach Miglieglia startet direkt vor der Seilbahn-Talstation in Rivera (Fahrzeit ca. 40 Min.).
__ Hinweis: An der Seilbahn-Talstation in Miglieglia sollte man gleich das Kombi-Ticket für die gesamte "Traversata", also für die Seilbahnen Monte Lema, Alpe Foppa und den Shuttle-Bus retour kaufen (51,- SF, Stand 2017). Wer kein solches Kombi-Ticket hat, hat keinen Anspruch auf Beförderung im Shuttle-Bus und braucht Glück (Fahrer gutmütig und Bus nicht voll).
__ Vorsicht: Die Gehzeit für die Traversata wird lt. Beschilderung vor Ort stets mit 5 Std. angegeben. Dabei geht man aber von der Umgehung der Monti Gradiccioli und Tamaro aus! Wer die beiden nicht umgehen, sondern besteigen will, sollte vorsichtshalber pro Gipfel eine halbe Stunde mehr veranschlagen. Wer die gesamte Traversata plus die beiden Gipfel in 5 Stunden schaffen will, muss recht zügig gehen und darf keine langen Pausen machen. Betriebszeiten der Seilbahnen nicht aus dem Auge verlieren (besonders die verkürzten in der Nebensaison)! Auch etwas Reserve sollte man einplanen: die Seilbahn in Miglieglia fährt in der Nebensaison nach Bedarf, da kann es schon mal passieren, dass man 45 Min. warten muss, bis genügend Leute an Bord sind.

Fazit
Die Traversata ist sicher kein Geheimtipp, aber trotzdem grandios! Mindestens 5 Stunden wandelt man hoch über dem Lago Maggiore und dem Luganer See mit stets wechselnden Ein- und Ausblicken. Der Blick reicht dabei von den schneebedeckten 4000ern der Schweizer Alpen bis in die Po-Ebene und ist kaum zu überbieten. Auf der gesamten Strecke bewegt man sich auf sehr gut angelegten Bergwegen, die zudem gut beschildert und markiert sind. Die wenigen und nur kurzen ausgesetzten Stellen im Bereich des Poncione de Breno sind dabei mustergültig versichert. Die steilen, steinigen Anstiege zum Monte Gradiccioli und Monte Tamaro können wie oben beschrieben auch ausgelassen werden, was allerdings in puncto Aussicht jammerschade wäre. Mitbringen sollte man für die Tour auf jeden Fall eine gute Grundkondition, denn das viele Auf und Ab am Grat summiert sich und eine Abkürzungsmöglichkeit gibt es nicht. Zeitplan im Auge behalten!

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