NarrenkopfBergtour Narrenkopf, Stubaier Alpen/Sellrain, Tirol

Narrenkopf

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Stubaier Alpen/Sellrain, Tirol, Österreich

Höhe:2450mKategorie:Bergtour - mittel
Höhendifferenz: 1800Hm Wintertauglich: nein
Ausgangsort: Rietz im Inntal
Aufstieg: "Grüne Bank", Peter-Anich-Hütte, Angersee
Abstieg: s. Aufstieg
Hauptexposition: N, W

Beschreibung
Am nördlichen Ortsrand von Rietz (in der Nähe der weithin sichtbaren St-Antonius-Kirche) beginnt hinter dem Sägewerk linker Hand der ausgeschilderte Fahrweg zur Peter-Anich-Hütte. Stets mittelsteil führt er in Grundrichtung O durch den Wald, an einer beschilderten Gabelung hat man die Wahl zwischen einer kurzen und steileren Variante (rechts) und dem bequemeren, aber etwas längeren Normalweg (geradeaus), den wir einschlagen. Man passiert eine Jagdhütte im Wald, allmählich schwenkt der Weg - immer mindestens mittelsteil- nach Süden ein. Kehre um Kehre arbeitet man sich so nach oben bis zum ausgeschilderten Pp. "Grüne Bank", der eine Hand voll Autos fasst und auch mit der namensgebenden grünen Bank ausgestattet ist. Hier teilt sich der Fahrweg in drei Arme auf, wobei erstaunlicherweise alle drei zur Peter-Anich-Hütte führen. Wir nehmen den mittleren Weg und stapfen in saftiger Steigung die noch fehlenden gut 400Hm hinauf zur aussichtsreich gelegenen Hütte (SW).
Hinter der Hütte mit wenigen Schritten hinauf zur Rietzer Alm, direkt vor dem Hoftor beginnt links der markierte und beschilderte Steig zum Narrenkopf. Er führt zunächst ohne Steigung quer durch die Almenrausch-Hänge in den Talschluß (SO) und über den Bach. Auf der linken Bachseite geht es nun Kehre um Kehre mittelsteil, aber gut gangbar nach oben, bis wieder die Bachseite gewechselt wird und man nach einigen weiteren Kehren eine Geländekante erreicht (S). Etwas weniger steil schwenkt der Weg nach halbrechts (SW) hinüber und bald befindet man sich in den sanften Böden am malerischen Angersee mit der Schäferhütte daneben. Hier geht es links (O) weiter, an einem Wegweiser trennen sich nun die Routen zum Grießkogel (rechts) und zum Narrenkopf (links). Wir durchqueren eine sumpfige Senke und steuern - den guten Markierungen folgend - auf eine steile Felsflanke zu (NO). Erst wenn man direkt davor steht, erkennt man den Zickzack-Steig, der sich geschickt, aber sehr steil durch den schrofigen Hang und über eine alte Vermurung schlängelt. Wir erreichen eine grüne Kuppe und müssen dahinter kurz recht ausgesetzt durch die fast senkrechte Flanke queren, um eine bröselige Rinne zu überwinden. Bald schon wird das Gelände aber wieder sanfter, nahezu ohne Steigung gelangt man auf wieder angenehmem Steig in die Einsattelung zwischen Narrenkopf und Hocheder. Das Gipfelkreuz ist mit wenigen Schritten erreicht.
__ Hinweis: Die Wanderung vom Tal weg komplett zu Fuß hinter sich zu bringen, dürfte den Rahmen einer Tagestour sprengen. Wir haben daher im unteren Bereich auf die Räder zurückgegriffen und am Pp. "Grüne Bank" das Radl-Depot gebildet. Die Weiterfahrt bis zur Peter-Anich-Hütte ist möglich, aber sehr steil und somit den absoluten Power-Radlern vorbehalten. Wer sich beim Gemeindeamt Rietz (oder online) einen Berechtigungsschein besorgt, darf auch mit dem Pkw bis zur "Grünen Bank" hinauffahren. Wie viel Spaß es macht, mit einem Otto-Normal-Auto den sehr schmalen, tw. etwas ausgewaschenen Schotterweg hinaufzurumpeln, hängt von der persönlichen Schmerzgrenze ab. Ausweichstellen für Gegenverkehr gibt es jedenfalls kaum.
__ Tipp: Aus der Scharte zwischen Narrenkopf und Hocheder kann man auch nach O und N zur Pfaffenhofer Alm absteigen und somit eine Rundtour machen. Dann muss man aber 200Hm Gegenanstieg zur Peter-Anich-Hütte in Kauf nehmen, sofern man wieder zum Radl- oder Auto-Depot zurück muss. Natürlich kann man auch die Pfaffenhofener Alm als Ausgangspunkt der Rundtour wählen, sie ist ebenso per Rad bzw. per Auto (Berechtigungsschein!) zu erreichen.
__ Tipp: Wem nach dem Aufstieg zur Peter-Anich-Hütte der Weg zum Narrenkogel zu weit ist, hat mit dem Rauhen Kopf ein näheres, ebenfalls aussichtsreiches Gipfelziel.

Fazit
Eigentlich ist es ja schon ein bisschen dumm, mit stattlichen 1800Hm Anstieg einen relativ niedrigen Gipfel der Sellrainer Berge zu besuchen- schließlich lassen sich doch auf der Rückseite des Bergstocks sogar viel höhere Gipfel vom hochgelegenen Ausgangspunkt Kühtai bequem erreichen. Entsprechend wenig besucht ist der Narrenkopf aber eben auch. Wer auf ihm sitzt, dem liegt -knapp 2000Hm tiefer- das Inntal von Innsbruck bis Imst zu Füßen; direkt gegenüber bieten die schroffen Felswände der Mieminger Kette eine sehr beeindruckende Kulisse (nach S ist der Blick durch die höheren Berge der Sellrain-Gruppe verstellt). Mit der Peter-Anich-Hütte befindet sich eine sehr urige, aussichtsreiche Versorgungsstation direkt am Weg. Wer zu Fuß oder per Rad vom Tal heraufkommt (und nicht die o.g. Pkw-Variante nimmt), braucht reichlich Kondition und Durchhaltevermögen, der Fahrweg zur Hütte ist lang, bietet wenig Abwechslung und ist -zumindest im oberen Teil- ausgesprochen steil. Die eigentlich überschaubaren 550Hm zwischen Hütte und Gipfel sind aufgrund der zurückzulegenden Wegstrecke auch zeitintensiver als erwartet, führen aber durch idyllisches und abwechslungsreiches Gelände. Die steile Schrofenflanke oberhalb des Angersees erfordert präzise Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, der Rest der Tour ist ohne Schwierigkeiten.

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