Petzeck

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Hohe Tauern/Schobergruppe, Osttirol, Österreich

Höhe:3283mKategorie:Bergtour - mittel
Höhendifferenz: 1650Hm Wintertauglich: nein
Ausgangsort: Pp. Seichenbrunn am Ende des Debanttals (NO von Lienz)
Aufstieg: Seescharte, Wangenitzsee-Hütte, Kruckelkar
Abstieg: s. Abstieg
Hauptexposition: SW, S

Beschreibung
Am oberen Ende des Parkplatzes nach rechts über die Brücke, gleich dahinter biegt wiederum rechts ein Pfad ab, dem wir über Wiesengelände zu einer weiteren Brücke folgen. Nun schlängelt sich das bequem zu gehende Steiglein in vielen Windungen in NO-, später in N-Richtung den steilen Wiesenhang hinauf. Kurz nachdem man den Materiallift gekreuzt hat, leitet der Steig durch Almgelände nach links (NW) hinüber zu einem Almhüttchen. Obwohl sich die Richtung "falsch anfühlt", bleibt man weiter auf dem immer mehr vom Materiallift wegführenden Pfad. Direkt unterhalb der ersten Schrofen trifft man dann auf die erhoffte Abzweigung: wir gehen rechts (O) in Richtung Wangenitzsee-Hütte. Eine Flachetappe führt uns zurück in die Nähe der Lifttrasse, die restlichen Höhenmeter hinauf zur Seescharte legt man auf engen, steilen, aber sehr gut zu gehenden Serpentinen zurück. Von der Seescharte bietet sich bereits ein wunderbarer Blick auf die zwischen zwei Seen gelegene Wangenitzsee-Hütte; mit etwas Höhenverlust zu ihr hinunter.
Der Weiterweg zum Petzeck beginnt direkt zwischen Lifthäuschen und Hauptgebäude: zunächst geht es ohne nennenswerten Höhengewinn auf schmalem Steig nach NW (teilweise etwas exponiert, nur zum Teil versichert), dann biegt man ein ins Hochtal des sog. Kruckelkar. Über viele begrünte Buckel und einfache Schrofen stets nach NW hinauf, bis rechter Hand der Ausläufer des Petzeck-Südgrats beginnt. Dort auf steilem, aber gutem Steig hinauf bis in ein steiles Kar, aus dem es auf den ersten Blick keinen Ausweg gibt. Tatsächlich führt die Route über den äussersten linken Rand des Kars sehr eng und steil, aber einfacher als erwartet hinauf zu einer Geländeschulter. Dort wird das Gelände wieder bequemer und man folgt nun rechter Hand (O) dem Pfad, der durch Blockwerk hinauf zum Grat leitet. Über den bequem zu gehenden Grat stets in N-Richtung auf den bereits sichtbaren Gipfelaufbau zu halten; direkt davor sind in einer Senke (minimaler Höhenverlust) die traurigen Reste des ehemaligen Petzeck-Ferners zu überqueren (mit etwas mehr Höhenverlust kann man den Gletscher rechter Hand auch komplett umgehen). Die letzten Minuten zum Gipfel über Plattenschutt und gutmütiges Blockwerk.
__ Hinweis: zum Ausgangspunkt "Seichenbrunn" führt eine ca. 11km lange Schotterstra?e durch das Debanttal, die normalerweise für jeden PkW mit normaler Bodenfreiheit befahrbar ist. Zugänglich ist die Stra?e zum einen von Nussdorf aus (Ortsteil von Lienz), zum anderen etwas weiter östlich von Iselsberg

Fazit
Für Bergwanderer, die auf Plattenschutt und steilem Geröll sicher gehen und sich auch von einigen etwas exponierten Stellen nicht aus er Ruhe bringen lassen, ist das Petzeck ein eher einfacher Berg. Die Herausforderung dieser Tour liegt in ihrer Länge begründet: obwohl sich 1650Hm nicht so schrecklich anhören, sorgen die vielen Flach-Etappen und die vielen kleinen Höhenverluste doch für erheblich erhöhte Gehzeiten. Allein zwischen Seescharte und Einstieg ins Kruckelkar ist man eine ganze Weile unterwegs, ohne nennenswert an Höhe zu gewinnen. Gerade in der langen Querung hinter der Wangenitzsee-Hütte geht man jeden einzelnen Höhenmeter mindestens drei Mal. Positiv zu vermerken ist, daß der Aufstiegsweg quasi ab Parkplatz sehr aussichtsreich ist und durch ausnahmslos wunderbare Landschaft führt. Die aussergewöhnliche Lage der Hütte zwischen zwei weitläufigen Seen und die wirklich spannende Wegführung im wilden Gelände oberhalb der Hütte machen die Tour ausgesprochen kurzweilig. Die Aussicht vom Gipfel ist ebenfalls beeindruckend - schließlich sitzt man ja auf dem höchsten Gipfel der Schober-Gruppe!

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