Seefelder SpitzeBergtour Seefelder Spitze, Karwendel, Tirol

Seefelder Spitze

--> Fotos

Karwendel, Tirol, Österreich

Höhe:2221mKategorie:Bergtour - leicht
Höhendifferenz: 1150Hm Wintertauglich: nein
Ausgangsort: Seefeld, Talstation Rosshüttenbahn
Aufstieg: Hermannstal, Rosshütte, Seefelder Joch
Abstieg: Reither Scharte, Härmelerkopf, Reitherjoch-Alm
Hauptexposition: W

Beschreibung
__ Aufstieg: Vom Großparkplatz an der Talstation der Rosshütten-Standseilbahn gehen wir um das Bahngebäude herum und treffen oberhalb auf einen breiten Fahrweg. Ihm folgen wir nun in moderater Steigung taleinwärts (NO, Beschilderung Rosshütte). An der Talstation des Rosshütten-Express-Lifts (nur Winterbetrieb) trennen wir uns vom links abknickenden Fahrweg und gehen geradeaus weiter in NO-Richtung (Wegweiser). Der breite Forstweg geht in einen bequem zu gehenden Steig über, Abzweigungen nach rechts dürfen ignoriert werden. Wir folgen dem Verlauf des Hermannstals in W-Richtung, ein paar Holzstege helfen über erodierte Stellen. Schließlich wendet sich der Steig nach N und führt in einigen etwas steileren, aber gut gangbaren Serpentinen aus dem Taleinschnitt heraus. Bald schon treffen wir wieder auf den Fahrweg, dem wir nun bis zur disneyland-mäßig aufgemotzten Rosshütte folgen (NO). Die Bergstation und das bereits sichtbare Kreuz am Seefelder Joch erreicht man über einen mittelsteilen Zickzack-Steig entlang der Skipiste (O).
Der Weg folgt nun in leichtem Auf und Ab dem Verbindungsrücken und ist an ausgesetzten Stellen seilversichert (S). Ohne Schwierigkeiten erreicht man so den kleinräumigen Gipfel der Seefelder Spitze.
__ Übergang Härmelerkopf: Über ein paar geröllige Serpentinen, Bänder und Schrofen (teilweise seilversichert) steigt man ca. 150Hm ab bis ins große Geröllkar, wo man auf eine Abzweigung trifft. Wir bleiben links (S) und dürfen auf dem gutem Steig zur Reither Scharte die verlorenen Höhenmeter wieder wettmachen. An der Reither Scharte zweigt links der Aufstieg zur Reither Spitze ab (s. Tipp), rechter Hand beginnen auch zwei Wege: der obere von beiden führt in schönem und einfachem Gratgang zu unserem nächsten Ziel, dem Härmelerkopf (NO, der untere Weg umgeht den Härmelerkopf und führt direkt zur Seilbahnstation).
__ Abstieg: Vom leider kreuzlosen Härmelerkopf leiten enge, recht bröselige Serpentinen hinunter zur Bergstation (Seilbahn zur Rosshütte s. Tipp). Zunächst auf gutem Steig, dann hauptsächlich über die Skipisten steigt man zügig nach SW ab. Ein beschilderter Waldweg kürzt eine Pistenschlaufe ab, zuletzt wandert man direkt unter den im Sommer still stehenden Liftanlagen hinab zur bewirtschafteten Reitherjoch-Alm. Dort beginnt ein Fahrweg, dem wir in bequemem Gefälle nach N folgen. Gleich nachdem sich der Fahrweg in einer weiten Kehre nach S gewendet hat, treffen wir wieder auf die Skipiste und folgen ihr nun nach rechts bergab (Wegweiser) bis zum Bach. Über einen kurzen Waldsteig und eine Brücke erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt.
__ Tipp: Ein Vorteil dieser Tour ist, dass sie fast nach Belieben variiert werden kann. Weniger Geübte oder Familien können bis zur Rosshütte die Standseilbahn benutzen und sich so ca. 550Hm sparen. Wer zusätzlich noch die Seilbahn zum Seefelder Joch nimmt, spart gleich 800Hm und reduziert die Ersteigung der Seefelder Spitze zum Spaziergang. Wer auf den Abstieg über die Reitherjoch-Alm keine Lust hat, kann an der Bergstation Härmelerkopf per Seilbahn zur Rosshütte zurückschweben. Wer nicht ausgelastet ist, kann hingegen von der Reither Scharte noch die Reither Spitze mitnehmen, sollte dazu aber trittsicher und schwindelfrei sein (leichte Kraxelei, teilweise mit Seilsicherungen, Leiter).

Fazit
Eine Tour mit zwei krass unterschiedlichen Gesichtern: Einerseits bietet diese Wanderung eindrucksvollste Karwendel-Szenerie mit wilden Felstürmen und Geröllrinnen und einen einfachen, aber sehr spannenden und aussichtsreichen Gratweg vom Seefelder Joch über die Seefelder Spitze bis zum Härmelerkopf, dazu ein sagenhaftes Panorama auf das Seefelder Plateau mit Mieminger Alpen und Wettersteingebirge. Andererseits kann man die Augen nicht verschließen vor den Auswüchsen des kommerziellen Skibetriebs: kein Blümchen und manchmal kaum ein Grashalm wächst mehr auf den erosionsgeplagten Skihängen, wo schon mitten im Sommer Bagger die letzten Unebenheiten für die neue Skisaison abtragen. Der Gebäude-, Gastronomie- und Spielplatzverhau Rosshütte dürfte an Hässlichkeit nur schwer zu überbieten sein. Für Einsamkeitsfanatiker ist die Tour eher ungeeignet, denn insgesamt drei Bergbahnen schaufeln Touristen auf den Berg. Gut geeignet ist die Tour für Karwendel-Neulinge, die sich einen Überblick verschaffen wollen, und für unsichere Wetterlagen, in denen man variabel bleiben will.

Zurück