Sextener Rotwand
(alias Croda Rossa di Sestro)

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Dolomiten/Sextener, Südtirol, Italien

Höhe:2936mKategorie:Klettersteig - leicht
Höhendifferenz: 1100Hm *) Wintertauglich: nein
Ausgangsort: Sexten/Moos; Bergstation der Rotwand-Bahn
Aufstieg: Rotwandköpfe, "Via Ferrata", Prater
Abstieg: Prater, Burgstall
Hauptexposition: N

Beschreibung
*) ohne Seilbahnunterstützung wären es 600 Hm mehr!
__ Aufstieg: Von der Bergstation der Rotwandwiesen-Bahn an der Rudi-Hütte vorbei auf breitem Weg in eine grüne Senke und halbrechts kurz einen etwas steileren Hang hinauf bis zu einer beschilderten Kreuzung; hier rechts (SW; der linke wird der Abstiegsweg). Nun immer dem Weg#100 folgend auf gutem Steig durch Wald und Almenrauschbüsche um einen Felsgupf herum bis zu einer weiteren Gabelung am Fuß der Rotwandköpfe (S): hier zweigt unser Weg zur "Via Ferrata" steil nach oben vom rechts weiterlaufenden Weg#100 ab (SO). Der gute Steig windet sich geschickt um die Felszacken der Rotwandköpfe herum, nach einem kleinen Höhenverlust erreicht man einen geräumigen Geröllkessel, wo man -sofern vorhanden- sein KS-Geschirr anlegen sollte.
Nun muß man gut auf die Markierungen im Geröll achten, die zunächst etwas bergab um eine Felsnase herumführen, damit man den Anfang des Klettersteigs erwischt: er besteht aus mehreren Leitern, mit deren Hilfe man unschwierig einen Steilaufschwung meistert. Gleich nach den Leitern ist wieder ein Geröllkessel erreicht, in leichtem Gehgelände geht es nun auf schotterigen Serpentinen nach oben (SO); dabei passiert man linker Hand -etwas versteckt- den Abzweig zum Burgstall, den wir für den Rückweg benutzen. Weiter über schotteriges Gehgelände und ganz einfache Schrofen aus dem grossen Kessel hinaus und in eine Einsattelung; dort hält man sich rechts (S), überwindet noch ein paar Serpentinen und einfache Schrofen und erreicht den sog. "Prater", die Reste einer alten Kriegsstellung.
Dahinter leitet der Weg in SO-Richtung über ein schmales, erosionsgeplagtes Band; über eine etwas antike Holzleiter geht es dann wieder hinein in den nächsten Geröllkessel direkt unterhalb des Rotwandgipfels. Im Zickzack geht es recht flach an die Steilwand heran, die praktischerweise mittig eine "schwache Stelle" hat. Über die einfachen Schrofen der "Zubringer-Rampe" erreicht man recht bequem den letzten Steilaufschwung, der durch die guten Griffe, Tritte und Sicherungen ebenfalls einfach zu bewältigen ist. Die letzten Meter dann wieder im Zickzack durch Schrofen (NO), das Gipfelkreuz erreicht man am einfachsten durch einen Durchschlupf von der Rückseite her.
__ Abstieg: bis zum untersten Geröllkessel wie Aufstieg; dann sollte man den Abzweig zum Burgstall rechter Hand nicht verpassen. Über eine geröllige Rinne geht es steil hinunter (NO); dann führt ein Mix aus leichten Schrofen und kurzen versicherten Felspassagen hinunter zum grünen Sporn, wo man in einen weithin sichtbaren breiten Wanderweg einmündet. Kurz noch durch eine steile, geröllige Bachrinne, dann ist wieder gemütliches Spaziergeh-Gelände erreicht und man kann hinüberschlendern zur bereits bekannten Verzweigung kurz oberhalb der Rotwandwiesen (NW).
__ Hinweis: die Rotwand-Bahn (4er-Gondel) fährt zwischen 8:30 und 17:00, in der Hochsaison auch bis 17:30 (Stand 2012)

Fazit
Sehr lohnende Tour auf einen dominanten Gipfel der sog. "Sextener Sonnenuhr" (die Rotwand ist der "Zehner"). Auch wenn die Rotwand aus manchen Perspektiven unnahbar und grimmig wirkt, ist sie tatsächlich recht leicht zu ersteigen. De facto könnte man sogar streiten, ob es sich überhaupt um einen Klettersteig handelt oder um eine Bergtour mit kurzen, versicherten Stellen. Meistens bewegt man sich jedenfalls in einfachem Gehgelände; auch die Kraxelstellen sind einfach, bestens gesichert und nicht sonderlich exponiert - also auch für KS-Neulinge und bergerprobte Kinder geeignet. Konditionsbedarf nicht unterschätzen, die Tour ist etwas anstrengender als es die Hm erwarten lassen. Dafür bekommt man pures Dolomiten-Feeling mit wilden Türmen und dramatischen Felszacken, einen spektakulären Ausblick ins Fischleintal und hinüber zum Kreuzbergpass, wo die Dolomiten dann sehr abrupt zu Ende sind

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