Stubacher Sonnblick

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Hohe Tauern/Granatspitzgruppe, Salzburg, Österreich

Höhe:3088mKategorie:Hochtour - leicht
Höhendifferenz: 800Hm *) Wintertauglich: ja (Aufstiegsweg)
Ausgangsort: Enzinger Boden/Bergstation Rudolfshütte
Aufstieg: H.-Gruber-Weg, Fürleg-Anstieg
Abstieg: St.-Pöltener-Ostweg
Hauptexposition: O (Aufstieg), NO (Abstieg)

Beschreibung
*) wer die Seilbahn nicht benutzt, muss mit 800Hm mehr und einer zusätzlichen Gehzeit von 2,5h rechnen (einfache Strecke).
__ Aufstieg: Der schnellste Zustieg zum Sonnblick führt über den H.-Gruber-Weg, der gleich jenseits der Staumauer beginnt (W). Der erste Steilaufschwung wird durch ausgesprochen fürsorglich versicherte Schrofensteige und ein paar solide Metalltreppen überwunden. Das Gelände lehnt sich bald zurück und man gelangt bequem zu der Stelle, wo der Aufstieg vom Seerundweg abzweigt (SW); man folgt hier der Beschilderung zur Hohen Fürleg. In einer weiten Linkskurve (N, NW) wandert man nun um den Fuß des Sonnblick-Kees (ggf. mit See) herum, dann geht es des Längeren in wechselnder Steilheit über Geröll und gletschergeschliffene Felsbänke neben dem Gletscher entlang (NW). Unterhalb der Sonnblick-Scharte, wo der markierte Steig zur Fürleg nach rechts abknickt, lässt sich linker Hand das Sonnblick-Kees nahezu eben betreten. Oberhalb einer Spaltenzone wandert man zunächst recht flach in SW-Richtung, ein paar steilere Aufschwünge bringen uns dann in gleicher Richtung an den oberen Gletscherrand. Nun trennt uns nur noch ein langer, steiler Hang aus Geröll und losen Platten vom Gipfel; wie und wo man seine Serpentinen anlegt, hängt von den aktuellen Bedingungen und evtl. vorhandenen Spuren ab. Die letzten Meter zum nach rechts versetzten Kreuz führen über den etwas exponierten S-Grat.
__ Abstieg: Auf bekannter Trasse zurück zum oberen Rand des Gletschers. Dort steigen wir in SO-Richtung ab über sanft geneigte Gletscherflächen; die Granatscharte und die Haifischflosse der Granatspitze werden linker Hand passiert. Noch ein Stück auf dem Gletscher nach unten, bis uns ein Felsabbruch zum Ausweichen nach rechts (S) zwingt. Man trifft hier bereits auf die Markierungen des sog. "St.-Pöltener-Ostwegs", denen wir eng an der Felswand entlang nach S folgen, bis uns eine versicherte Steilpassage und eine Leiter den Abstieg in moderateres Gelände erlauben. Ein Stückchen müssen wir nun in N-Richtung aus dem Kareinschnitt herauswandern, dann führt eine gut gangbare Trasse über Gras und Blockwerk in NO-Richtung, bis wir gegenüber der Rudolfshütte auf den See-Rundweg treffen. Jetzt müssen wir nur noch rechts herum um den See schlendern und am Meldelzkopf-Sessellift vorbei zur Rudolfshütte zurückkehren.
__ Hinweis: die Zufahrt erfolgt von Uttendorf im Pinzgau auf guter Bergstraße hinauf zum Groß-Parkplatz Enzinger Boden und von dort mit der Kabinenbahn zum 3-Sterne-Hotel Rudolfshütte (20,-€, Stand 2014)
__ Vorsicht: auch wenn das Sonnblick-Kees gutmütig aussieht, so hat es doch auch seine Spaltenzonen. Alleinbegehungen oder seilfreie Besteigungen sind nur im Winter bei vertrauenswürdiger Schneedecke vertretbar.

Fazit
Künstlich aufgestaute Seen und ein wenig filigraner Hotelklotz - das klingt zunächst nicht wirklich attraktiv. Ist es -sobald man den unmittelbaren Hotelbereich verlassen hat - aber doch! Der Weißsee wird nicht nur vom Sonnblick mit seinen weiten Gletscherflächen dominiert, sondern quasi von mehreren bekannten Tauerngipfeln eingerahmt: der Blick reicht von Kitzstein- und Wiesbachhorn über die Hohe Dock bis zum Großglockner und vom Gipfel aus auch bis zum Venediger. Abgerundet wird das überwältigende Panorama durch eine Reihe mehrfarbiger Seen. Der Sonnblick ist bei guten äußeren Bedingungen ein eher leicht zu erreichender 3000er; außerhalb der Wintermonate ist aber dennoch volle Gletscherausrüstung und Seilschaft verlangt. Der sehr steile Gipfelhang und das letzte, etwas ausgesetzte Gratstück erfordern solide Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit.

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