Wurmtaler KogelBergtour Wurmtaler Kogel, Ötztaler Alpen, Tirol

Wurmtaler Kogel
(alias Wurmtaler Kopf)

super Tour --> Fotos

Ötztaler Alpen, Tirol, Österreich

Höhe:3225mKategorie:Bergtour - mittel
Höhendifferenz: 1700Hm *) Wintertauglich: ja
Ausgangsort: Mittelberg im Pitztal
Aufstieg: Taschachalm, Rifflsee, Fuldaer Höhenweg, Taschachhaus, Eiskasten
Abstieg: Eiskasten, Taschachhaus, Materiallisft-Station, Talweg
Hauptexposition: NO (Zustieg), SO (Gipfel)

Beschreibung
*) Dabei sind die ca. 200Hm eingerechnet, die sich mit der Umgehung des Felssturzes auf dem Fuldaer Weg ergeben (s.u.). Diese entfallen natürlich, wenn man den Talweg zum Taschachhaus nimmt. Zusätzliche 400Hm entfallen bei Verwendung der Rifflsee-Bahn ab Mandarfen.

Wer zu Fuß loslegt, parkt am besten in Mittelberg am Pitztaler Gletscherexpress; in der rechten Ecke des hintersten Pp. beginnen alle Zustiege zum Taschachhaus. Man überquert eine Brücke und steigt direkt entlang der Skipiste zügig hinauf zu einem quer laufenden Fahrweg, der linker Hand in wenigen Minuten zur bewirtschafteten Taschachalm führt. Am dortigen "Verkehrsknotenpunkt" muss man sich dann entscheiden:
__ Aufstieg: Kurz hinter der Taschachalm biegt man gemäß der Beschilderung rechts ab Richtung Rifflsee und wandert auf breitem Fahrweg in SW-Richtung mittelsteil bergauf. Nach einigen Kehren beginnt linker Hand ein bequemer Steig, der zügig hinaufleitet zum schön gelegenen See. Wenige Meter davor zweigt links der Fuldaer Höhenweg Richtung Taschachhaus ab. Ihm folgt man nun für längere Zeit über leichtes Auf und Ab hoch in der Hangflanke nach SW, das Taschachhaus ist ganz hinten im Talschluß schon auf seinem Moränenbuckel zu erkennen. Auf den ersten 2/3 der Strecke macht man gute Fortschritte, dann zwingt ein riesiger Felssturz aus dem Jahr 2006 zu einem größeren Umweg nach oben und etlichen Hm extra. Hier müssen auch ein paar exponierte, schrofige Passagen überwunden werden, die allerdings solide versichert sind. Durch diese "Umleitung" landet man deutlich oberhalb des Taschachhauses auf einer Hangterrasse, wo auch der Offenbacher Höhenweg bzw. der Zustieg zum Wurmtaler Kogel einmündet. Für heute geht's aber geradeaus weiter (SW), zunächst mittelsteil hinunter in eine Senke und von dort quer durch die Hangflanke hinunter zum Sexegertenbach. Etwas muss man nach S ausholen, um die Brücke und den kurzen Gegenanstieg zum konfortablen Taschachhaus zu erreichen (Übernachtung).
Am nächsten Tag auf bekanntem Weg zurück zur beschilderten Kreuzung Fuldaer/Offenbacher Höhenweg. Dort hält man sich nun links (NW) und steigt in schönem, mittelsteilem Wiesen-Schrofen-Gelände hinauf zur nächsten Hangkante. Der stets bestens markierte und angelegte Weg knickt nun etwas nach rechts ab und leitet hinauf zu einem quer laufenden Riegel; an seinem rechten Ende kann man mit wenigen Minuten Umweg dem Aussichtspunkt des Vorderen Köpfls einen Besuch abstatten. Ansonsten geht es halblinks am Ufer eines schönen Bergsees weiter, bevor man mit leichtem Höhenverlust ein ehemaliges Gletscherbecken, den sog. "Eiskasten", durchquert (immer Grundrichtung NW). Auf der anderen Seite arbeitet man sich kurzzeitig etwas steiler wieder hinauf auf den nächsten Moränenkamm, überwindet eine Blockwerkhalde und nähert sich in leichtem Auf und Ab dem schroffen Bergkamm direkt gegenüber (Kreuz bereits sichtbar). Hier erschließt sich auch endlich der weitere Routenverlauf: viel einfacher als erwartet führt ein schottriger Serpentinensteig -jeweils das beste Gelände nutzend- in vielen Mini-Kehren durch die steile Flanke hinauf bis zur breiten Kammhöhe (N). Dort hält man sich links und wandert zunächst flach nach W hinüber zu den beiden etwas abschreckend wirkenden Gratzacken. Der erste aus grauem Gestein lässt sich aus der Nähe betrachtet über ganz enge, steile Serpentinen recht leicht ersteigen. Dahinter leitet ein schmaler Zubringer zum folgenden Steilaufschwung aus rotem Gestein. Sehr steil und bröselig, stellenweise auch leicht ausgesetzt, ersteigt man auch diesen Zacken in wenigen Minuten. Dann wird der Grat wieder angenehm breit und flach und man kann quasi auf das Gipfelkreuz zuschlendern, nur auf den allerletzten Metern muss man sich nochmal ein wenig konzentrieren.
__ Abstieg: Zurück zur Kreuzung Fuldaer/Offenbacher-Höhenweg. Wer nicht über den Anstiegsweg vom Vortag absteigen will, hat folgenden Alternative: Auf bekanntem Weg zurück zum Taschachhaus, dort dann in NO-Richtung zügig über einen Moränenbuckel hinunter in eine Senke. Der alte Hüttenweg ist wegen Steinschlag dauerhaft gesperrt, daher wurde jenseits eines Aufschwungs ein neuer Weg in die sandige Moränenlandschaft gebastelt. Steil, aber gut gangbar leiten enge Serpentinen hinunter ins Wiesengelände am Bach. Der nun recht holperige Weg schlängelt sich über viele Kehren bergab, wechselt auf die gegenüberliegende Bachseite und führt flach hinaus zur Station des Materiallifts. Wohl dem, der vorher eins der dort bereitstehenden MountainBikes reserviert hat - ansonsten bleibt nur der 7km lange Talhatscher auf flachem Fahrweg hinaus zur Taschachalm und zurück nach Mittelberg (stetig NO).
__ Tipp: Die hier beschriebene Tour ließe sich auf zweierlei Weise abkürzen: a) man kann ab Mandarfen die Seilbahn zum Rifflsee nutzen. b) Für den langen Talhatscher von der Materiallift-Station bis Mittelberg (7 km) kann man seit 2018 MountainBikes mieten. Siehe Website Taschachhaus, beide Optionen gibt's auch als Kombipaket.
__ Hinweis: Die streckenmäßig kürzeste Runde wäre der Offenbacher Höhenweg, der vom Rifflsee über den Gipfel des Wurmtaler Kogel führt und ca. 30 Min. vor dem Taschachhaus in den Fuldaer Höhenweg einmündet, auf dem man zum Rifflsee zurückkehren könnte. Diese Variante wäre vmtl. die einzige, die konditionsstarke Bergsteiger als Tagestour schaffen können (ggf. mit Hilfe der Rifflseebahn). Allerdings hat man es auf der Nordseite des Wurmtaler Kogels noch mit vergletschertem Gelände zu tun, das entsprechende Ausrüstung verlangt. Außerdem ist der nordseitige Gipfelanstieg exponierter und etwas schwieriger.

Fazit
Der Wurmtaler Kogel ist ein aussichtsreicher und spannender Vertreter meiner Lieblingskategorie, der "Wander-3000er". Auf den hier beschriebenen Zustiegen werden keine besonderen alpinen Herausforderungen gestellt, lediglich für die Grataufschwünge kurz vor dem Gipfel und bei der versicherten Umgehung des Felssturzes auf dem Fuldaer Höhenweg ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit von Nöten. Ansonsten bewegt man sich zum allergrößten Teil in nicht exponiertem, angenehm zu begehendem Wiesen- und Moränengelände. Das logistische Hauptproblem der Tour bleiben die sehr langen Zustiege, die einiges an Kraft kosten und sich kaum ohne Übernachtung im Taschachhaus bewerkstelligen lassen. Spannend an der Tour sind die unterschiedlichen Geländeformen, bei denen sich alle Spielarten der gletschergeprägten Landschaft ablesen lassen. Der Blick über das spektakulär gelegene Taschachhaus hinweg zum Taschachferner mit der Wildspitze und der Hochvernagtspitze im Hintergrund ist einfach gigantisch!

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