Charakteristik
Das Sparrhorn ist quasi der Prototyp eines Wander-Dreitausenders. Zunächst sorgt die Seilbahn von Blatten nach Belalp dafür, dass sich die Höhenmeter in Grenzen halten; lange Fahrzeiten lassen auch keine Hetzerei aufkommen. Bis zum Beschneiungsteich unterhalb der Skiliftstation Hohbiel ist man ausschließlich in weitläufigem Wiesen- und Almgelände unterwegs. Der felsige Aufschwung danach ist zwar steil, aber mit ganz engen Serpentinen und teilweise sogar mit Steintreppen gut gangbar gemacht. Auch am Gipfelaufbau haben die Wegbauer ganze Arbeit geleistet, unerwartet komfortabel ersteigt man ihn über bestens angelegte Kehren. Das phänomenale Gipfelpanorama wird im Süden dominiert von der Monte-Leone-Gruppe, den schneebedeckten 4000ern Lagginhorn, Dom und Weisshorn, zwischen denen sehr prominent das Matterhorn hervorlugt. Im Osten kann man auf den nahezu ausgeaperten Oberaletsch-Gletscher hinunterschauen, teilweise auch auf den großen Bruder Aletsch, im Norden ragen die vergletscherten Felszacken rund um das Aletschhorn in die Höhe. Ein besseres Verhältnis von Anstrengung zu Aussicht lässt sich kaum finden!
Beschreibung
An der Bergstation der Seilbahn in Belalp ist das Sparrhorn bereits ausgeschildert, also rechts dem breiten Fahrweg entlang (NO) bis zu einer Verzweigung. Wir gehen zwischen den Hütten rechts und der Skiliftstation durch, folgen dahinter aber nicht links den Fahrspuren, sondern bleiben geradeaus auf dem Wiesenpfad. Den Lüsgersee passieren wir auf der linken Seite, der nächste Orientierungspunkt ist das Denkmal für den irischen Physiker Tyndall, das man auch linker Hand "unterwandern" kann (NO). Dahinter knickt der Steig etwas nach links ab (NW) und führt längere Zeit über welliges Almgelände und Skipisten gut markiert bis zu einem Beschneiungsteich und der links oberhalb liegenden Skiliftstation Hohbiel (NW). Dort schickt uns ein Wegweiser nach rechts (O). Wir folgen dem Zickzack-Weglein zunächst durch Wiesengelände zu einem Aussichtspunkt mit Bank, dann über eine kurze Blockhalde an einen Grataufschwung heran. Wo von rechts eine unmarkierte Wegvariante dazustößt, geht es linker Hand (N) weiter, kurzzeitig wird es auf engen Serpentinen steil und etwas mühsam, aber nicht schwierig. Kaum ist der Felsgupf erstiegen, erkennt man bereits gerade voraus den Gipfelaufbau und den bequemen Weg, der zunächst ohne Höhengewinn hinüberleitet. Auch das steile Schlussstück wird völlig problemlos auf bestens angelegten Kehren bewältigt.
Hinweis: Von Brig im Rhônetal erreicht man Blatten über ein schmales Bergsträßchen am besten per Postbus. Er hält direkt an der Talstation der Seilbahn, die von früh morgens bis spät abends hinauf nach Belalp gondelt.