PetzDolomiten/Schlern, Südtirol, ItalienHöhe2563 mHöhendifferenz850 HmSchwierigkeitWanderung - MittelWintertauglichbedingt ExpositionNordost, Süd EinkehrProssliner Schwaige, Schlernhaus (beide SOmmer), Saltner Hütte (Sommer, Winter)AusgangsortCompatsch auf der Seiser AlmAufstiegProssliner Schwaige, "Touristen-Steig", SchlernhausAbstiegSchlernhaus, "Touristen-Steig", Saltner-Hütte


Charakteristik

Die Seiser Alm assoziiert man normalerweise mit Menschenmassen und Event-Tourismus. Besonders im unteren Teil der Tour, wo es von einfachen Spazierwegen und bewirtschafteten Almen nur so wimmelt, wird man wirklich kaum allein sein. Auch am Schlernhaus, wo viele Routen zusammenkommen, ist meist reger Betrieb. Das heißt aber nicht, dass diese Tour nicht lohnend wäre - ganz im Gegenteil! Auch wenn man (wie die Autorin) von Geologie keine Ahnung hat, steht man am Schlern vor einer faszinierenden Vielfalt an Geländeformen: Flache Hochplateaus wechseln mit senkrechten Abstürzen, liebliche Almböden mit tiefen Schluchten und massive Berghänge werden auf kurzer Strecke zu filigranen Felstürmchen hinwegerodiert. Dazu kommt noch die sagenhafte Aussicht auf die gesamte, gegenüber aufgereihte Rosengarten-Gruppe, Lang- und Plattkofel, Geissler- und Puez-Gruppe. Beim Anlegen des "Touristen-Steigs" haben die Wegebauer ganze Arbeit geleistet, hier sollte -auch wenn das Gelände teilweise steil ist- niemand Probleme haben, zumal schrofige Stellen mit Holztreppen oder Felsstufen entschärft wurden. Eine gewisse Grundkondition ist allerdings nötig, aufgrund der Gegenanstiege wirkt die Tour subjektiv etwas anstrengender als die überschaubaren Höhenmeter es vermuten lassen (erhöhte Gehzeit einplanen!).

Beschreibung

Von der Seilbahnstation geht man hinunter zur Fahrstraße und trifft direkt gegenüber (rechts vom Kutschenparkplatz) auf den beschilderten Weg #10. Kurz den asphaltierten Fahrweg hinauf, dann biegt man rechts in einen breiten Kiesweg ab (S). Zunächst leicht steigend, dann flach führt er zwischen einzelnen Hütten hindurch; ein Fahrweg wird lediglich gekreuzt (SW). Dahinter wird unser Weg zum Steig und führt kurz etwas steiler bergab, zum Schutz gegen Ausrutschen ist er fürsorglich mit Betondielen versehen. Nach wenigen Minuten treffen wir wieder auf eine Fahrstraße, wo wir nun zwei Möglichkeiten für den Weiterweg haben:

a) Wir gehen geradeaus auf schmalem Wiesenweg in SW-Richtung weiter bergab und erreichen so die kleine, aber bewirtschaftete Prossliner Schwaige. Hinter dem Haus hält man sich links (SO) und folgt dem gut angelegten Steig hinunter in den engen Bacheinschnitt. Der oft feuchte Waldweg leitet hinunter zu einer Brücke (S) und auf der anderen Seite wieder hinauf (W), die Abzweigung zur Schlernbödele-Hütte darf man dabei ignorieren. Nach dem Waldgürtel gelangt man zu einer freien Wiese mit Schilderbaum, wo die Route über die Saltner-Hütte (b) dazustößt. Variante a) ist kürzer, hat aber größere Höhendifferenz.

b) Wir biegen links in den Fahrweg ein und spazieren auf ihm leicht bergab bis zur bewirtschafteten Saltner-Hütte (S, SW). Dahinter führt ein Bergweg in angenehmer Steigung hinauf zur freien Wiese (W), wo man mit der Route von der Prossliner Schwaige(a) zusammentrifft. Variante b) hat weniger Höhendifferenz, aber deutlich mehr Strecke.

Egal, welche Variante man genommen hat, jetzt werden endlich die fälligen Höhenmeter abgearbeitet: Der bestens angelegte "Touristen-Steig" führt dabei ohne Schwierigkeiten Kehre um Kehre die steile Hangflanke hinauf (W). Eine ganze Weile ist man so unterwegs, bis man die Geländekante erreicht und die weitläufige Hochfläche des Schlern betritt. Der Weg wird nun flacher und dreht allmählich nach SW, bequem erreicht man so die stattlichen und spektakulär gelegenen Schlernhäuser (Einkehr, Übernachtung). Das bereits sichtbare Gipfelkreuz des Petz ist nun nur noch eine gemütliche Viertelstunde entfernt (N).

Hinweis: Der Ausgangspunkt Compatsch ist eine Hotelsiedlung auf der Seiser Alm und von Seis aus per Gondelbahn zu erreichen. Theoretisch ist Compatsch auch mit dem Auto erreichbar, allerdings ist dies nur morgens vor 9:00h gestattet (Rückfahrt beliebig). Da die Parkgebühr (17,-€) aber fast genauso hoch ist wie die Berg- und Talfahrt mit der Seilbahn (18,-€, beides Stand 2019), bringt das Auto nicht unbedingt Vorteile.

Hinweis: "Schlern" ist eigentlich der Name des gesamten Gebirgstocks im Süden der Seiser Alm. Der Petz ist der höchste Punkt des Schlern-Stocks und trägt das Gipfelkreuz. Die beiden Begriffe werden oft synonym gebraucht.