RiepenkopfZillertaler Alpen, Tirol, ÖsterreichHöhe2903 mHöhendifferenz1150 HmSchwierigkeitBergtour - LeichtWintertauglichnein ExpositionSüdost - - EinkehrOlpererhütte, Hütten am SchlegeisspeicherAusgangsortSchlegeisspeicher am Ende des ZillertalsAufstiegOlpererhütte, Übergang RiepengratAbstiegs. Aufstieg


Charakteristik

Eigentlich ist der Riepenkopf gar kein richtiger Gipfel, sondern lediglich ein unbedeutender Gupf mit Kreuz im langen Riepengrat. Und zum 3000er fehlen ihm auch ein paar Meter. Beides ist aber total egal, denn die Aussicht auf den Schlegeis-Speicher und den Zillertaler Hauptkamm ist auf jeden Fall 1a. Der Blick reicht vom Olperer und Schrammacher bis zum Sommerskigebiet an der Gefrorenen Wald, quer über den Stausee zu Schönbichler Horn, Möseler und Hochfeiler und entlang des Zillertaler Hauptkamms nach Westen. Wem es also mehr um Aussicht und ruhiges Gipfelrasten geht und nicht um prominente Bergnamen, ist am Riepenkopf richtig. Bis zur viel besuchten Olpererhütte führt ein komplett unschwieriger, aber ruppiger und meniskusfeindlicher Serpentinensteig, auf diesem Abschnitt muss man sich meist auch durch diverse Touristengruppen wurschteln. Oberhalb der Hütte wird es zunehmend menschenleerer und der Weg wird nahezu komfortabel. Lediglich auf dem allerletzten Teilstück muss man sich durch kurze Blockwerk-Halden und Schneefelder mühen, den Schlussspurt durch eine steile Felsrinne vereinfachen solide Seile und Eisenkrampen. Insgesamt eine eher einfache Tour, die aber etwas Kondition voraussetzt.

Beschreibung

Am dritten Parkplatz am Schlegeisspeicher beginnt der beschilderte Steig zur Olpererhütte. Mittelsteil führt er zunächst in NW-Richtung durch den Wald. Etwas nach W abknickend, leiten danach etwas ruppige und steinige Serpentinen links vom Riepenbach durch offenes Gelände mit zunehmend prachtvoller Aussicht auf den See und die Gipfel des Zillertaler Hauptkamms. Kehre um Kehre geht es unvermindert steinig und knie-intensiv weiter, bis bei einer Bank mit dem passenden Namen „Olpererhüttenblick“ die Olpererhütte an ihrer Hangkante auftaucht. Etwas angenehmer, weil flacher geht es im weitläufigen Gelände nach N zu ihr hinüber. Hinter der Hütte folgen wir der Beschilderung zum Olperer und gehen in NW-Richtung weiter. Nach einer fürsorglich versicherten Gletscherschliff-Bank wird der Weg wesentlich angenehmer und führt recht bequem in leichten Kehren durch die immer karger werdende Landschaft. Die Olpererhütte verschwindet nach einer Geländekante aus dem Blickfeld, die perfekten Markierungen lassen aber keine Verirrungen zu. Ohne jede Schwierigkeiten erreicht man so einen einsamen Wegweiser im Geröll- und Gletscherschliff-Gelände. Während der Anstieg zum Olperer rechts direkt in die Blockwerk-Flanke führt, gehen wir geradeaus weiter und erreichen über ein paar Kuppen und Senken einen moderat geneigten Blockwerk-Hang, in dem bis in en Hochsommer noch Schneefelder liegen. Gut markiert und teilweise sogar treppenartig angelegt, sucht man sich den Weg durch Schnee und Blockwerk. Den Schlussspurt bildet eine steile, felsige Rinne, die dank der angebrachten Seilversicherungen und Eisenkrampen aber problemlos zu bewältigen ist. An ihrem oberen Ende findet man ein Schild, das geradeaus den Weiterweg zur Geraer Hütte ausweist. Wir halten uns direkt vor dem Schild bei einer Gedenkplatte aber rechts und folgen den großen roten Markierungspfeilen einen letzten Aufschwung hinauf. Nun muss man nur noch über das kleine Plateau mit den treppenartigen Felsstufen hinüberschlendern zum Kreuz mit Paradeblick auf die Zillertaler Bergwelt.

Hinweis: Zum Schlegeisspeicher gelangt man aus dem Zillertal über Mayrhofen und Ginzling auf einer mautpflichtigen Bergstraße (14,-€, Stand 2021). Dabei müssen einige einspurige Tunnels durchfahren werden, die über eine Ampelschaltung wechselseitig freigegeben werden (max. Wartezeit: 18 Min.). Früher Aufbruch lohnt sich, da sich die Parkplätze an der Staumauer schnell füllen (alternativ Bus benutzen).

Tipp: Leider wurde die kleine Hängebrücke bei der Olpererhütte vom Instagram-Selfie-Volk aus aller Welt entdeckt. Wenn man aus einem bestimmten Winkel knipst, sieht es nämlich aus, als säße man „frei schwebend“ tausend Meter über dem See (in Wirklichkeit sind es eher 3 Meter über der Wiese). In der Hauptsaison kommt es daher bisweilen zu aberwitzigen Szenen, manche Insta-Fans schleppen gar ganze Trolleys mit Garderobe und Schminkzeug auf den Berg. Bei unserer Besteigung fehlten die (meist asiatischen) Junkies Corona-bedingt. In normalen Jahren sollte man entweder früh aufbrechen (auch wegen der Parkplatzsituation) oder die Hauptsaison meiden.