SchwarzhornBergtour Schwarzhorn, Stubaier Alpen/Sellrain, Tirol

Schwarzhorn

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Stubaier Alpen/Sellrain, Tirol, Österreich

Höhe:2812mKategorie:Bergtour - mittel
Höhendifferenz: 1200*) Wintertauglich: nein
Ausgangsort: Grinzens, Auffahrt zur Kemater Alm
Aufstieg: Senderstal, Sendersjöchl, Marchsäule
Abstieg: Marchsäule, Sendersjöchl, Seejöchl, Adolf-Pichler-Hütte
Hauptexposition: N, O

Beschreibung
*) plus 100Hm Gegenanstieg auf dem Abstiegsweg
__ Aufstieg: Direkt an der Terrasse der Kemater Alm beginnt der beschilderte Fahrweg, der zunächst recht flach taleinwärts führt (SW). Dort, wo sich der Talkessel etwas weitet, endet der Fahrweg recht abrupt und man folgt den guten Markierungen noch ein Stück entlang des Talbodens, bevor es -halblinks (SO)- auf Steigspuren eine Geländeschwelle hinaufgeht. Man gelangt in einen kleineren Talkessel, den man wiederum halblinks (O) verlässt; jetzt führt ein schmales Steiglein recht steil über Wiesen, Schrofen und Blockwerkhalden hinauf zu einem einsamen Wegweiser in der Hangflanke. Dort geht es wieder in der ursprünglichen Richtung SW parallel zum Talboden weiter; auf gutem Steig wird nun des Längeren ohne großen Höhengewinn die Hangflanke gequert; bis man direkt unter dem schon weithin sichtbaren Sendersjöchl leicht nach rechts hinüberschwenkt und in einigen steileren Serpentinen hinaufsteigt zum Joch, von wo sich endlich der Blick in die Stubaier Bergwelt öffnet.
Man wendet sich nach rechts und steht nach wenigen Metern vor der nächsten Weggabelung (beschildert). Zum Schwarzhorn geht es wieder rechts (NW); die nächste Etappe ist der kreuzgeschmückte Zacken der Marchsäule, den man auf fußbreiten Steigspuren im sehr steilen Wiesen - und Schrofengelände erreicht. Von dort geht es in wenigen Schritten hinauf zum Grat; nach einem kurzen, etwas exponierten Aufschwung (linker Hand umgehbar) befindet man sich in einer großen Blockwerkhalde, in der man den nächsten Felszacken linker Hand umgeht (W). Über noch mehr kippeliges Blockwerk nähert man sich dem nächsten Aufschwung, der aber ebenfalls in der linken Hangflanke umgangen wird. Weiterhin nach W auf breitem Gras- und Blockwerkrücken bis zu einer flachen Kuppe, auf der man erstmals die "Kamelhöcker" des Gipfels erspäht. Auf einer nach oben schmaler werdenden Rampe steigt man über grobes Blockwerk hinauf auf den ersten Höcker und über einen etwas ausgesetzten Felsgrat durch eine Einsattelung; jetzt sind es nur noch wenige Meter hinauf zum zweiten Höcker und dem erst ganz zuletzt auftauchenden Kreuz.
__ Abstieg: Zurück zum Sendersjöchl auf der bekannten Route; dann geht es aber geradeaus (NO) weiter. Man merkt gleich, dass man nun auf einer Etappe des sehr beliebten Stubaier Höhenwegs unterwegs ist: sehr komfortabel angelegt und in moderater Steigung legt man die 100Hm Gegenanstieg zurück, umrundet den Grasgupf des Steinkogels und wandert bequem hinunter zur Einsattelung des Seejöchls unterhalb der steilen Felswand der Schlicker Seespitze. Über viel Geröll und Schotter rutscht man zügig nach N hinunter zu den grünen Almflächen oberhalb des schon weithin sichtbaren Adolf-Pichler-Hauses. Auf guten Wiesenwegen gelangt man zur Hütte (N) und auf dem dort beginnenden Fahrweg wieder zurück zur Kemater Alm
__ Hinweis: Die Auffahrt zur Kemater Alm erfolgt auf einer steilen Schotterstraße und ist gegen eine Gebühr von 3,-€ (Stand 2012) erlaubt; Ticketautomat am Ortsende von Grinzens bei einer Schranke

Fazit
Sehr abwechslungsreiche Rundtour auf einen garantiert nicht überlaufenen Gipfel, der schönste Ausblicke in die Stubaier Gletscherwelt erlaubt. Nicht nur der Gipfel, sondern auch der Abstiegsweg ist landschaftlich sehr reizvoll, führt er doch im ersten Teil sehr aussichtsreich als Höhenweg dahin, während im zweiten Teil die zerklüfteten Kalkkögel für "Dolomiten-Feeling" sorgen. Der Anstiegsweg dagegen ist zu Anfang ein wenig fad und sorgt mit seinen langen Flachetappen für erhöhten Zeitbedarf. Große alpinistische Fähigkeiten werden vom Besteiger nicht verlangt, allerdings sind eine ordentliche Portion Kondition für lange Zustiegswege und solide Trittsicherheit für kippeliges Blockwerk und schrofiges Steilgelände unbedingt vonnöten.

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