>Städte und lohnende Stützpunkte
>Schösser und Gärten
>Historisches und Ruinen
>Weitere Attraktionen aller Art
>Natur
>Zu Unrecht im Schatten: Nordirland
>Die Bewohner

Also: ein paar Klischees über die "grüne Insel" Irland können wir schon bestätigen: sie ist wirklich unheimlich grün, enthält viele Schafe und recht wenige, aber überaus sympathische Menschen, die bis zur Null-Grad-Grenze stoisch Shorts tragen. Und abends sitzen alle im Pub und machen Musik (die Schafe natürlich nicht).
Zwei häufige Klischees können wir gar nicht nachvollziehen: schlechtes Wetter und schlechtes Essen. Natürlich ist Irland ein Regenloch (irgendwo muss das viele Grün ja herkommen), aber ein Blick auf die jährlichen Niederschlagsmengen zeigt schon Unterschiede auf. Wir waren jeweils in den beiden regenärmsten Monaten April/Mai unterwegs und haben höchstens mal einen Schauer abbekommen, meist aber nicht einmal das. Und gegessen haben wir immer prima - im Szene-Restaurant, im Dorf-Wirtshaus und in der Fußballer-Kneipe. Die Speisekarte ist vielleicht nicht immer riesig, aber alles wird frisch zubereitet und ist meist viel besser, als es das "Ambiente" erwarten lässt.
Wer auch mal Land&Leute besuchen möchte und Fragen hat, kann sich gerne an uns wenden: Kontakt

Städte und lohnende Stützpunkte

  • Nur Dublin verdient den Namen "Großstadt". Wieviel Zeit man dort verbringen sollte, hängt vom persönlichen Geschmack ab; ein absolutes "Minimal-Muss" sind aber die St.Patrick-Kathedrale und das Trinity College inklusive eindrucksvoller Bibliothek und "Book of Kells"-Ausstellung.
  • Hübsch und schön gelegen, aber eher modern ist Galway an der Westküste. Eine Mittelalter-Meile gibt es trotzdem.
  • Zudem sollte man unbedingt Stopps einplanen im mittelalterlich anmutenden Kilkenny (Süden), im Bilderbuch-Städtchen Killarney (Südwesten) und im idyllischen Donegal (Nordwesten). Alle drei haben auch reichlich Attraktionen im Umland zu bieten und bieten sich daher als "Basislager" für mehrere Tage an.

  • Sehenswert sind die beiden "Metropolen" Nordirlands, Belfast und (London-)Derry (s. Zu Unrecht im Schatten: Nordirland).
  • Nach der Besichtigung des außen wie innen faszinierenden Titanic-Museum im Belfaster Hafen sollte man unbedingt eine "Black-Cab-"Tour machen, eine Stadtbesichtigung der etwas anderen Art in einem der historischen Taxis.
  • (London-)Derry verfügt noch über eine komplett erhaltene Stadtmauer, auf der man rund um die Altstadt wandeln kann, ein architektonisch wunderschönes Rathaus und die besten "Murals" des Landes, Wandmalereien in Hausgröße, die an die "Unruhen" der 70er bis 90er Jahre erinnern.


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    Schlösser und Gärten

    Die Iren haben einen ausgesprochenen Hang zum "Garteln" und der warme Golfstrom versorgt sie mit pflanzenfreundlichem, feuchtwarmem Klima. Gerade im Frühling und Frühsommer, wenn Rhododendron und Kamelien in voller Blüte stehen, sind die vielen Herrenhäuser und Schlösser mit ihren Gartenanlagen eine Pracht. Auch Privatleute laden bisweilen gegen geringen Obulus in ihre Gärten ein. Eine Auswahl:
    • Powerscourt Gardens im Süden Dublins. Weitläufige Gartenanlangen mit dazugehörendem Wasserfall.
    • Mt. Usher bei Ashford, südlich von Dublin. Hier hat ein Pflanzenfreund Bäume aus aller Herren Länder angesiedelt und in einen idyllischen Garten integriert.
    • Blarney Castle bei Cork. Vermutlich einer der wenigen Orte in Irland mit Dauerstau - die Gabe der Beredtsamkeit erlangt schließlich nur, wer mit einiger körperlicher Verrenkung in 29m Hähe den Blarney Stone küsst. Und das dauert...
    • Bantry House am Abzweig zur Beara-Halbinsel. Absolute Kitsch-Kulisse "Schloss vor blauem Meer", im Inneren viele historische "Schmankerl", z.B. ein Brief von Lord Nelson an die Admiralität zwecks Bestellung eines neuen Segels.
    • Muckross House bei Killarney. Für einen 5 Jahre im Voraus angekündigten Besuch Königin Victorias wurde "mal eben" ein kompletter Flügel angebaut. Interessante Führung und prachtvolle Gärten.
    • Kylemore Abbey an der Küste Connemaras. Als Schloss gebaut, als Kloster genutzt - in eindrucksvoller Landschaft und mit prachtvollen viktorianischen Terrassengärten.
    • Hillsborogh Castle und Rowallane Gardens südlich von Belfast. Queen Elizabeths "Dienst-Schloss" mit umliegendem Park und die nicht weit davon entfernten Rowallane Gardens als Beispiel für gelungene Landschaftsarchitektur.
    • Unser Lieblingsgarten zuletzt: Mt. Stewart Gardens auf der Ards Peninsula südöstlich von Belfast. Hier kann man als Gartenfan auch einen ganzen Tag verbringen.


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    Historisches und Ruinen

    Auch nicht mehr ganz intakte Gebäude können malerisch und interessant sein. Vor allem, wenn sie in eindrucksvoller Landschaft liegen oder engagierte Tourguides kenntnisreich und kurzweilig die Details erklären. Eine Auswahl:
    • Jerpoint Abbey bei Kilkenny. Reste einer Zisterzienser-Abtei mit interessanten Schmuck-Details im Kreuzgang.
    • Rock of Cashel and Cahir Castle zwischen Kilkenny und Cork. Felsen mit Resten von Kathedrale und Burg und -angeblich- Ursprung des irischen National-Emblems, des Kleeblatts. Das zur Festung ausgebaute Schloss von Cahir liegt auf einer Flussinsel und verbindet sich mit dem hübschen Städtchen zum Gesamtkunstwerk.
    • Muckross Abbey bei Killarney. Frei zugänglich kann man die stimmungsvolle Anlage auch vor und nach den Touristenströmen besuchen.
    • Sligo an der Westküste. Die verfallene Dominikaner-Abtei im Herzen des hübschen Städtchens ist einen Besuch wert.
    • Carrickfergus nordöstlich von Belfast. Gut erhaltene normannische Wehrburg auf einem Basaltfelsen am Meer.
    • Unserer Lieblingsruine: Dunluce Castle an der Causeway Coast ganz im Norden. Den spektakulär am Klippenrand gelegenen Ruinen sieht man nicht an, dass einst der ganze Küchentrakt während eines Banketts in die Tiefe stürzte.


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    Weitere Attraktionen aller Art

    Irland hat aber nicht nur Schlösser, Klöster und Burgen zu bieten, sondern jede Menge weiterer Attraktionen. Eine Auswahl:
    • Friedhof Monasterboice nördlich von Dublin mit einer Auswahl der schönsten Keltenkreuze.
    • Newgrange nördlich von Dublin. Steinzeitliches Hügelgrab, älter als Stonehenge (das ist den Iren wichtig!).
    • Die Buchenallee "Dark Hedges", bekannt aus der Serie "Game of Thrones"
    • Die Whisky-Destillerie Bushmills an der Causeway Coast ganz im Norden. Auch für Nicht-Whisky-Trinker interessant!
    • Die Hängebrücke von Carrick-a-Rede gleich in der Nähe der Destillerie. Von Fischern gebastelter, luftiger Übergang zu einer vorgelagerten Insel.
    • Die Marble Caves zwischen Sligo und Enniskillen. Echten Marmor gibt es zwar nicht, aber schöne Tropfsteinhöhlen.


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    Natur

    • Glendalough südlich von Dublin. Weitläufiges Wandergebiet in den Wicklow Mountains mit Seen und malerisch verfallener Abtei.
    • Der "Ring of Kerry", die Küstenstraße rund um die idyllische Halbinsel Kerry mit optionalem Ausflug per Fähre auf die vorgelagerte Insel Valencia. In der Hauptsaison oft überlaufen. Die Klosterinsel "Skellig Michael" erreicht man nur bei ruhigem Wetter. In der Nähe: Ladies' View, Meeting of the Waters, Muckross Lake.
    • Connemara Nationalpark. Bei schönem Wetter lohnt die unschwierige Besteigung des Diamond Hill.
    • Besteigung des Croagh Patrick bei Westport. Der 765m hohe Berg mit Kapelle dient den Iren als Wallfahrtsort für ihren Nationalheiligen. Der Aufstieg ist einfach, aber teilweise steil und bei Nässe recht schmierseifig. Irische Schulklassen bewältigen ihn bei Dauerregen und lauschigen 10 Grad in Shorts und Sandalen.
    • Besteigung des Slieve Donard, des mit ca. 850m höchsten Berges Nordirlands (an der Küste nördlich von Dundalk). Bei gutem Wetter sieht man bis zum Meer und nach Belfast. Ansonsten s. Croagh Patrick.
    • Island Magee, eine Halbinsel nördlich von Belfast mit dem spektakulär in die Felsen getriebenen Küstenweg "The Gobbins". Am besten vorher Informationen über die Begehbarkeit einholen.
    • Giant's Causeway. Küstenabschnitt mit über 40.000 meist sechseckigen Basaltsäulen vulkanischen Ursprungs und UNESCO Welterbe.
    • Slieve Leagh, an der Köste westlich von Donegal. Diese Klippen sind weitaus höher, spektakulärer und landschaftlich schöner als die touristisch ausgeschlachteten "Cliffs of Moher" und obendrein noch gratis.


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    Zu Unrecht im Schatten: Nordirland

    Dass zwischen der Republik Irland und dem zu Großbritannien gehörenden Nordirland nur eine grüne Grenze verläuft, wussten wir. Aber dass es nicht mal Schilder gibt, die den Grenzübertritt anzeigen? Manchmal erkennt man nur daran, dass sich die Kilometer seltsam ziehen, dass man sich wohl wieder im Meilen-Land befindet. Und wenn die Preise im Laden etwas höher sind, sind es wohl englische Pfund. Die Grenze spielt(e) -zumindest vor dem Brexit- für die Iren absolut keine Rolle mehr. Man fährt zur Arbeit über die Grenze, zum Arzt oder einfach zum Tanken. Manche Landstraßen überqueren zwischen zwei Dörfern mehrmals die Grenze, ohne dass man es merken wüde. Die Vorstellung, dass mit dem Brexit hier wieder eine nationale Grenze -und sogar eine EU-Außengrenze- mit Zoll und Pipapo entstehen könnte, war allen befragten Nordiren (egal welcher politischen Gesinnung) ein Graus. Unsere Zurückhaltung bzgl. religiöser und politischer Themen wurde uns gleich zu Beginn ausgetrieben: statt zu den Unruhen der 70er und 80er Jahre politisch korrekt "The Troubles" zu sagen, könnten wir ruhig "Bürgerkrieg" sagen, etwas anderes sei es ja nicht gewesen. Fast alle jüngeren Nordiren sagen uns, dass Religion und Geschichte im Leben ihrer Kinder keine Rolle spielen soll, damit sie nicht voreingenommen auf andere zugehen. Allerdings waren sich auch alle einig, dass die alten Feindseiligkeiten nur verschüttet, nicht ausgerottet sind und jederzeit wieder aufflammen können. Wer in die dunkle Zeit der nordirischen Geschichte eintauchen will, sollte in Belfast eine "Black Cab"-Tour u.a. zur alten "Friedensmauer" machen, die auf der protestantischen Seite nur unschön ist, auf der katholischen Seite aber die Reihenhäuser in Gefängnisse verwandelt. Absolut sehenswert sind die künstlerisch fantastischen und ebenso beklemmenden Riesen-Graffitis in (London-)Derrys Viertel Bogside, die Ereignisse aus den Kriegsjahren aufgreifen.
    In puncto Attraktionen und landschaftliche Schönheit muss sich Nordirland in keinster Weise verstecken (s. oben). Und da die meisten Irland-Urlauber den Norden aussparen, freuen sich die Nordiren gleich noch mehr über Gäste als die Leute im Süden.


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    Die Bewohner

    Die Iren sind extrem gastfreundlich, hilfsbereit und immer empfänglich für einen kleinen Plausch. Nicht selten beginnt der beim Haustier und endet bei der politischen Großwetterlage. So manches Mal standen schon Teekanne und Marmeladenbrote auf dem Tisch, bevor wir noch die Reisetasche hereingetragen hatten. In der Regel wird man nicht nur gut untergebracht und bemuttert, man bekommt auch Reisetipps für die nächsten 10 Jahre - mindestens. Übertriebene "political correctness" ist meist nicht nötig (Höflichkeit schon!), denn die Iren sind offen, nennen die Dinge beim Namen und nehmen sie so, wie sie sind. Zwei Klischees bedienen die Iren allerdings nach Kräften: bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt werden kurze Sachen getragen, blaugefrorene Zehen hält hier kein Kind vom Spielen ab. Und abends gehen wirklich alle in den Pub, die Kinder dürfen mit und die Großeltern auch. Erkundigen Sie sich unbedingt, in welchem Pub Live-Musik stattfindet und gehen Sie hin - man wird gern für Sie zusammenrücken. So manches Mal sind wir wirklich in den Genuss absolut fantastischer Musik gekommen! Nur in Westport hat man meistens Pech: wenn Matt Molloy - der Chef der Band "Chieftains" - im eigenen Pub auftritt, kriegt man in der Regel nicht einmal mehr die Tür auf.


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