Charakteristik
Der Zanggenberg ist ein Berg mit zwei Gesichtern: Beim Aufstieg warten steile und stellenweise etwas ausgesetzte Felspassagen, bei denen man bisweilen Hand anlegen muss; hier ist Trittsicherheit gefragt - dafür gibt es aber schon frühzeitig schöne Ausblicke in Pala- und Lagoraigruppe. Der Abstieg erfolgt über einfaches Wiesen- und Waldgelände, dafür muss man hier aber die Unschönheiten eines Skigebiets ausblenden. Zweifellos lohnend ist das Gipfelpanorama, das man ganz entspannt von der großen Liegewiese genießen kann: Die 3000er des Alpenhauptkamms im Norden, Presanella- und Brentagruppe im Westen, die schroffe Lagoraikette im Süden, im Südosten die markanten Felsbastionen der Pala-Gruppe - Civetta, Pelmo und Antelao spitzen links davon hervor - und im Nordosten Latemar- und Rosengartengruppe.
Beschreibung
Aufstieg: Wir starten am südlichsten Parkplatz am Passo Lazaré (direkt bei der Einmündung der Straße von/nach Cavalese) und folgen zunächst einem breiten, steinigen Forstweg (S). An einer Wassermühle nehmen wir den oberen, linken Ast, der in SO-Richtung durch die dicht bewaldeten Hänge führt. Auf einer Lichtung treffen wir auf die beschilderte Verzweigung "Le Tombole" und halten uns entsprechend scharf links (NO). Recht steil und stellenweise felsig gelangen wir in offenes Gelände, wo man den weiteren Wegverlauf schon fast komplett einsehen kann: In engen Kehren steigen wir zunächst auf einen grasigen Gupf und peilen über den breiten Verbindungskamm einen felsdurchsetzten Vorgipfel an. Das Steiglein windet sich geschickt erst links, dann auf, dann rechts der Gratkante empor; kurze Stellen sind dabei leicht exponiert und verlangen Handeinsatz. Zur Erholung wartet danach wieder einfaches Wiesengelände, über das man an den schroffen Gipfelaufbau heranwandert. Zunächst geht es auf schmalem Steig direkt an der Gratkante hinauf, die steilsten Felsenpassagen umgeht man dann etwas links unterhalb mittels blockiger Rinnen und Querungen. Ein letztes felsiges Eck wird umrundet, dann stehen wir unvermittelt auf einer weitläufigen Wiese nebst Gipfelkreuz.
Abstieg: Wir wandern mit Sicherheitsabstand parallel zur Abbruchkante (O) und lassen uns von Steigspuren und spärlichen Markierungen zu einem steinernen Windschutz lotsen. Hier wenden wir uns nach links (NO) und folgen in etwa der Skilift-Trasse über die weitläufigen Wiesen; im unteren Teil kann man bequem einer teilweise betonierten Skiabfahrt folgen. In einer Rechtskehre zweigt links ein schmales, unmarkierten Steiglein ab, das uns zu einer weiteren Skiliftstation führt und sich dort auflöst. Wir steigen trotzdem nicht zur Straße ab, sondern nehmen einfach links vom Lifthäuschen die breite, durch Beschneiungslanzen eindeutig gekennzeichnete Piste, die unschwierig, aber steil hinunterführt zum querenden Forstweg, in den wir unmittelbar an der Liftstation "Reither Joch" einmünden. Hier halten wir uns links (NW) und folgen dem breiten Forstweg zumeist bergab bis zu einer Gabelung. Links führt ein Waldweg wieder einige Höhenmeter nach oben und durchschneidet dann in ständigem Auf und Ab die Nordflanke des Zanggenbergs (W). Allmählich wird die Trasse wieder breiter und senkt sich als bequem zu begehender "Perlensteig" wieder hinunter zum Passo Lazaré (SW), den wir nun auf Höhe der nördlichen Parkplätze erreichen.
Hinweis: Der Passo Lazaré ist entweder von Bozen via Obereggen zu erreichen (25 km) oder von Cavalese aus dem Val die Fiemme (10 km).